NACHRICHTEN
BEWERTUNG: Algorithms, Pleasance Courtyard, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
16. August 2019
Von
markludmon
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Mark Ludmon bespricht Sadie Clarks neues Stück Algorithms im Pleasance Courtyard beim Edinburgh Festival Fringe
Algorithms Pleasance Courtyard, Edinburgh Festival Fringe
Vier Sterne
Von Rom-Coms bis Instagram und Facebook: Wir werden mit Bildern perfekter Leben überschüttet, denen die Realität niemals gerecht werden kann. In ihrem neuen Solo-Stück Algorithms stellt uns Sadie Clark eine junge bisexuelle Frau vor, die in einer Welt, in der scheinbar alles ihr sagt, sie sei nicht gut genug, versucht, sie selbst zu sein.
Mit 29 scheint Brooke alles zu haben: eine Freundin, einen guten Job und ihre 30.-Geburtstagsfeier, auf die sie sich freuen kann. Sie arbeitet für eine Dating-Website und ist darauf spezialisiert, Computer-Algorithmen zu entwickeln, die Nutzer*innen dabei helfen, ihr perfektes Match zu finden. Als sie unerwartet wieder Single ist, wird sie mit den Grenzen von Kompatibilitäts-Algorithmen und den Herausforderungen des Datings im digitalen Zeitalter konfrontiert. Bei so vielen Möglichkeiten, jemand Neues kennenzulernen – warum ist es dann so schwer, die perfekte Partnerperson zu finden?
Der Text ist pointiert und witzig, voll kluger Beobachtungen über Sex und Beziehungen. Zugleich zeigt er, wie sehr soziale Medien beeinflussen, wie wir uns selbst sehen – und das nicht nur beim Dating: die Gefahr, uns mit den kuratierten Leben zu vergleichen, die wir online sehen, oder die Nervosität, wenn eine WhatsApp-Nachricht auf „Gelesen“ steht und trotzdem keine Antwort kommt. Brooke wird ausserdem von den Rom-Coms verfolgt, die uns darauf programmieren, nach der idealen grossen Liebe zu suchen – und wie Bridget Jones nach unserem eigenen Mark Darcy zu schmachten.
Unter der Regie von Madelaine Moore erweckt Clark ihre Figur mit Wärme und Humor zum Leben. Sie ist herzzerreissend, wenn Brookes Leben auseinanderzubrechen droht – im Kampf mit einem mangelnden Selbstwertgefühl, das aus der Jagd nach unmöglichen Idealen entsteht. Ein beeindruckendes Debüt, unterhaltsam und inspirierend – selbst wenn es am Ende „nur“ dazu inspiriert, die Social-Media-Zeit etwas zu reduzieren.
Läuft bis 26. August 2019
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