Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

  • Seit 1999

    Vertrauenswürdige Nachrichten & Rezensionen

  • 26

    Jahre

    Das Beste des britischen Theaters

  • Offizielle Eintrittskarten

  • Wählen Sie Ihre Plätze

REZENSION: Dry Powder, Hampstead Theatre ✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

Teilen

Hayley Atwell (Jenny) und Tom Riley (Seth) in Dry Powder am Hampstead Theatre. Foto: Alastair Muir Dry Powder Hampstead Theatre

1. Februar 2018

2 Sterne

Jetzt buchen

Sarah Burgess’ Stück führt uns in eine Welt ein, von der viele von uns nur wenig wissen – obwohl wir es vielleicht sollten.  „Dry powder“ bezeichnet das noch nicht investierte Kapital in einem Private-Equity-Fonds, und ihre in New York angesiedelte Finanzkomödie  spielt in einer Firma von Finanzjongleuren, die mit dem Geld anderer in Unternehmen einkaufen – und dabei am Ende eine Menge „dry powder“, sprich: sehr viel Geld, anhäufen. Für mathematisch weniger Begabte wie mich gibt es im Programmheft praktischerweise ein Glossar, das die Begriffe erklärt, die Burgess gleich zu Beginn der Vorstellung abfeuert. Leider zündet dieses „dry powder“ dramaturgisch nie – und so wird es ein ziemlich trockener Abend im Theatre.

Das Ensemble ist geschniegelt und cool – ebenso wie Andrew D Edwards’ Bühnenbild. Im Zentrum steht die Frage, ob die Firma unter der Leitung von Rick einen kleinen Kofferhersteller namens Landmark übernehmen soll. Seine zwei Partner, deren Aufgabe es ist, gegensätzliche Standpunkte zu vertreten, streiten über den richtigen Kurs: Seth will Landmark beim Wachsen helfen, Jenny will die Firma zurechtstutzen, die Belegschaft entlassen und nach China auslagern. Weil Rick in letzter Zeit schlechte Presse hatte – wegen einer protzigen Verlobungsfeier mit einem lebenden Elefanten, ausgerechnet am Tag massenhafter Entlassungen bei einem Unternehmen, das sie übernommen hatten –, scheint er Jenny zu bevorzugen. Das gesamte Stück von 1 Stunde und 40 Minuten dreht sich um dieses eine Argument; Anna Ledwichs Inszenierung wirkt dabei unterspannt und fühlt sich deutlich länger an, und der Elefant im Verlobungszimmer wird viel zu oft bemüht.

Hayley Atwell (Jenny), Tom Riley (Seth) und Aidan McArdle (Rick) in Dry Powder. Foto: Alastair Muir

Es gibt viele gute Momente. Das verbale Gefecht zwischen Jenny (Hayley Atwell, mit hervorragendem komödiantischem Timing) und Seth (Tom Riley) ist witzig und macht Spaß; Riley ist besonders unterhaltsam mit seinem Blick auf das Mittelmanagement. Das Problem ist nur: Das moralische Dilemma im Kern des Stücks sehen wir ausschließlich durch die Augen dieser insgesamt unsympathischen Figuren. Rick (Aiden McArdle) bekommt von der Autorin kaum Material, in die Tiefe zu gehen.  Bis jetzt ist mir außerdem nicht klar, warum Rick sich unwohl dabei fühlt, die Vermögenswerte der Firma auszuschlachten – zumal er am Ende sehr schnell auf Jennys Seite schwenkt. Die Unwucht der Situation verkörpert Jeff (Joseph Balderrama), Chef von Landmark, der am Ende das Geld über seine Belegschaft stellt. So sehr sie auch diskutieren: Das Ende ist von Weitem zu sehen, und wir hören nie von den kleinen Leuten – den Beschäftigten, die bei Deals wie diesem unter die Räder kommen. Wut ist die fehlende Zutat in diesem Text.

In einem Monat, in dem das Londoner Theatre radikale Shakespeare-Neudeutungen, starke Inszenierungen klassischer Stücke und einen Pulitzer-Preisträger am National Theatre bietet, wirkt diese Produktion ein wenig angestaubt und sehr auf Nummer sicher. So vergnüglich das Ensemble auch ist: Dry Powder ist am Ende eher ein feuchter Knallfrosch.

TICKETS FÜR DRY POWDER BUCHEN

 

Diesen Artikel teilen:

Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach

Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.

Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie

FOLGEN SIE UNS