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KRITIK: Aus Gründen, die unklar bleiben, King's Head Theatre ✭✭✭
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Von
markludmon
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Mark Ludmon bespricht Mart Crowleys Stück For Reasons That Remain Unclear, das derzeit im King’s Head Theatre zu sehen ist.
For Reasons That Remain Unclear
King’s Head Theatre
Drei Sterne
Jetzt buchen Nichts ist so, wie es zunächst scheint, in Mart Crowleys Stück For Reasons That Remain Unclear, das im King’s Head seine Europapremiere feiert. Der gutaussehende, stilbewusste junge Mann Patrick nimmt einen attraktiven älteren Mann, Conrad, mit zurück in sein luxuriöses Hotelzimmer im Herzen Roms. Eine sexuelle Spannung liegt in der Luft, befeuert von subtilen Flirts, doch ihre Gründe, warum sie zusammen dort sind, gehen offensichtlich weit über einen schnellen Aufriss hinaus – am deutlichsten angedeutet dadurch, dass Conrad ein römisch-katholischer Priester ist, in voller Soutane samt Priesterkragen.
In anderthalb Stunden, innerhalb der klaustrophobischen Enge von Patricks Hotelzimmer, erfahren die beiden mehr übereinander – und über eine Vergangenheit, die sie verbindet. Mehr zu schreiben ist schwierig, ohne die Geheimnisse zu verraten, die gegen Ende hervorbrechen; doch dieses Stück, obwohl es bereits 1993 entstand, verhandelt hochaktuelle Themen wie Macht und Autorität sowie die verheerenden Auswirkungen der Vergangenheit auf die Gegenwart. Die Figuren verbergen ihren Schmerz hinter Crowleys scharfen, oft pointierten Dialogen, und auch wenn das einen Teil der emotionalen Wucht nimmt, bleibt das Stück in seinen Enthüllungen – und darin, wie die Figuren damit umgehen – zutiefst verstörend.
Mit fesselnder Intensität ist es klug inszeniert von Jessica Lazar, die zu Jahresbeginn am King’s Head mit der Wiederaufnahme von Steven Berkoffs East viel Anerkennung erhielt. Sie hält die Spannung aufrecht, die nahezu unerträglich wird, weil man unbedingt wissen will, was zwischen den beiden Männern wirklich vor sich geht. Mit urbanem Charme verleiht Simon Haines’ Patrick der Rolle eine geschmeidige, zugleich harte Oberfläche, die auf tief vergrabene Traumata hindeutet, während Cory Peterson mit einer funkeläugigen Ausstrahlung punktet – ideal für den katholischen Priester, der vor seinen eigenen Dämonen davonläuft. Daniele Alan-Carter sorgt als kokett allwissender Kellner für zusätzliche erotische Spannung; gemeinsam fesseln sie mit ihrem Machtspiel, trotz des mitunter frustrierend langen Aufbaus bis zum explosiven Finale. Unter Lazars sicherer Regie entgeht die Produktion der Gefahr, in ausgewachsenes Melodrama abzurutschen, und bietet – trotz verbleibender Unklarheiten – einen Schimmer Hoffnung, trotz der schockierenden Schrecken, die ans Licht kommen.
Läuft bis 25. August 2018
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