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REZENSION: Inselstadt, Roundabout Summerhall, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
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Von
markludmon
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Mark Ludmon rezensiert Simon Longmans Island Town im Roundabout at Summerhall beim Edinburgh Fringe
Island Town Roundabout at Summerhall, Edinburgh Fringe
Fünf Sterne
In einer Kleinstadt aufzuwachsen kann sich wie Fegefeuer anfühlen. In Simon Longmans kraftvollem neuen Stück Island Town sind die Hürden, von dort wegzukommen, nicht nur der Mangel an öffentlichem Nahverkehr und Geld, sondern etwas Tieferes – etwas, das die Figuren davon abhält, weiter vorzudringen als bis zur Ringstraße, hinaus zu den weiten offenen Feldern dahinter.
Im Mittelpunkt stehen drei Teenager, die mit 16 die Schule verlassen – mit Träumen und Hoffnungen für die Zukunft –, aber rasch mit den Realitäten des Erwachsenenlebens und den fehlenden Chancen in einer kleinen, abgeschiedenen Stadt konfrontiert werden. Pete will vor allem einen Job und Vater sein, während Sam ihrem gewalttätigen Vater entkommen möchte, um ein eigenes Zuhause zu haben. Doch während die Jahre vergehen und ihre Hoffnungen zu welken beginnen, wird es die Vision ihrer Freundin Kat, die immer zwingender wird: ins Auto springen und wegfahren – irgendwohin, nur nicht hierher.
Trotz der Trostlosigkeit der Geschichte gibt es Humor im Alltag dieser Teenager – von Petes aberwitzigen Eskapaden bis zu Kats betrunkenen Späßen. Straff inszeniert von Stef O’Driscoll, bewahrt die Produktion eine Energie und einen Funken, der ihrem dunkleren Stoff widerspricht, und feiert die Bande der Freundschaft, die sich mehr wie Zuhause anfühlen können als der Ort, an dem man lebt. Katherine Pearce ist großartig als Kat und kann ihre verzweifelte Sehnsucht, ihrem Kleinstadtschicksal zu entkommen, kaum im Zaum halten, während Charlotte O’Leary als Sam perfekt ist – eine 16-Jährige, die sich vom Leben bereits besiegt fühlt. Witzig und berührend: Jack Wilkinson überzeugt in seiner Verwandlung von Pete – vom fröhlichen, optimistischen 16-Jährigen zum gebrochenen, enttäuschten 18-Jährigen, der das Gefühl hat, sein Leben sei schon vorbei.
Island Town ist eine herzzerreißende Geschichte von verlorenen Hoffnungen, angesiedelt an einem Ort, der – den Akzenten der Darsteller:innen nach – irgendwo in Nordengland oder Wales liegen könnte, aber zugleich universeller ist: eher ein Geisteszustand. Wie Sam sagt: „Selbst wenn ich fliehen wollte – ich glaube nicht, dass ich es jemals könnte.“ Doch gegen dieses Gefühl eines endlosen Kreislaufs still verzweifelter Leben setzt Longman einen Schimmer Hoffnung: dass es anders sein könnte – und selbst wenn sich nichts ändert, hast du immer noch deine Freund:innen.
Läuft bis 26. August 2018
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