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REZENSION: Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat, Joe UK-Cast-Album ✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
douglasmayo
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Joseph And The Amazing Technicolour Dreamcoat Joe McElderry – UK-Tournee-Castaufnahme
BK Records
3 Sterne
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Joseph And His Amazing Technicolour Dreamcoat hat seit seinem Debüt als Pop-Kantate an Londons Colet Court School im Jahr 1968 einen weiten Weg zurückgelegt. Mit gerade einmal 15 Minuten Laufzeit war es das erste Mal überhaupt, dass etwas von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice öffentlich aufgeführt wurde. Spulen wir vor ins Jahr 2017: Dazwischen lagen grosse Produktionen im London Palladium mit Jason Donovan sowie im Adelphi Theatre mit Lee Mead (gefunden über eine Reality-TV-Castingshow) und ausserdem eine grossartige gefilmte Version mit Donny Osmond. Und nun sind wir beim aktuellen Star der Show angekommen: Joe McElderry (ebenfalls ein TV-Talentfund), produziert von Bill Kenwright – der in die Joseph-Geschichtsbücher wohl als der Mann eingehen muss, der mehr Joseph-Tourneen produziert hat als jeder andere auf der Welt. Und zum Glück hat er das.
Joseph (die Show) war schon immer ein besonderer Liebling von mir. Meisterhaft in ihrer Schlichtheit, zeigt sie den melodiösen Schwung eines jungen Lloyd Webber und einen Vorgeschmack auf die lyrische Zauberkunst, für die Tim Rice später berühmt werden sollte. Sie ist enorm unverfänglich, ansteckend eingängig – und ich wette, viele könnten sie auf Zuruf auswendig mitsingen und tun das vermutlich auch bei Karaoke-Abenden im ganzen Land.
Ich habe die aktuelle Tournee nicht gesehen, aber wenn dieses Castalbum ein Indikator ist, scheint die Show in ziemlich guter Form zu sein.
Joe McElderry ist ein guter Joseph. Stark in poppiger Sensibilität, wirkt er wie ein sehr sympathischer Leading Man. Man könnte hier natürlich ausgiebig mit Joe/Joseph-Wortspielen arbeiten – aber unterm Strich ist seine Darstellung angenehm zu hören, und er macht seine Sache gut. Seine Versionen von Close Every Door und dem Finale Any Dream Will Do/ Give Me My Coloured Coat gehen unter die Haut. Joe (der Darsteller) wird von einer nicht genannten Gruppe von Mitwirkenden unterstützt (ich nehme an aus der letzten oder aktuellen Tournee), die diesem Album erst so richtig Flügel verleihen. Die Vocals in Nummern wie One More Angel In Heaven, Potiphar, Those Canaan Days und Benjamin's Calypso sind brillant und treffen jedes Mal ins Schwarze. Diese Aufnahme enthält ausserdem King Of My Heart, das in der Wiederaufnahme 2007 enthalten war. Es ist ein toll klingender Track, erneut gesungen von einem nicht genannten Mitwirkenden – aber wenn man die Show als Ganzes hört, bin ich mir immer noch nicht sicher, ob er wirklich hineinpasst.
Ein grosser Unterschied zwischen jüngeren Aufnahmen und dieser hier: Der Palladium Megamix fehlt. Schade – denn er war eine unterhaltsame Art, diese wunderbare Familien-Show abzurunden.
Unterm Strich hebe ich die Hand und gebe zu: Ich habe das Album viermal am Stück durchgehört, die Lyrics mitgesungen und dabei festgestellt, dass ich vermutlich das meiste davon kenne – was ich vielleicht gar nicht zugeben sollte. Ich liebe die wunderbaren Harmonien, den fabelhaften Kinderchor als Background-Vocals und ein Ensemble unter der Führung von Joe McElderry, das mich am Ende denken lässt, dass ein Besuch der Show längst überfällig ist.
In einer Zeit, in der die Sorgen der Welt riesig sind, ist Joseph And His Amazing Technicolour Dreamcoat eine wunderbare Möglichkeit, für ein paar Stunden zu entkommen – weit, weit zurück, viele Jahrhunderte in die Vergangenheit. Wie könnte man da widerstehen?
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