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REZENSION: Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat, Watford Colosseum (Tournee) ✭✭✭✭
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Von
markludmon
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Matt Lapinskas als Pharao und Lloyd Daniels als Joseph mit dem Ensemble. Foto: Darren Bell Photography Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat
Watford Colosseum und anschließend auf Tournee
4 Sterne
Es ist über 40 Jahre her, dass die frühen Fassungen von Andrew Lloyd Webber und Tim Rices Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat erstmals auf die Bühne kamen – doch die Show begeistert und unterhält das Publikum bis heute. Die lang laufende Tourneeproduktion von Regisseur und Produzent Bill Kenwright ist zurück – mit neuen Cast-Mitgliedern und Orchestrierungen, die das Ganze frisch und energiegeladen halten. Ich habe sie im Watford Colosseum gesehen, wo sie noch bis Samstag spielt, bevor es weiter in 14 weitere Häuser bis Juni geht. In der langen Reihe von Josephs aus der Popwelt kehrt der frühere X Factor-Finalist Lloyd Daniels nach der erfolgreichen Tour im vergangenen Jahr zurück. Er hat einen gewinnenden Charme und Boyband-taugliches Aussehen, das ihn zur perfekten Besetzung macht – dazu eine Popstimme, die bei den großen Nummern mit satten, wohltönenden Klangfarben auftrumpft. Bis zum Ende dieser Woche ist Rebekah Lowings wieder als Erzählerin zu erleben und springt vorübergehend für einen weiteren X Factor-Finalisten ein: Marcus Collins, der kurz vor der Toureröffnung 2015 in Cheltenham vergangene Woche ausgestiegen ist. Nicht einmal ein Jahr nach ihrem Abschluss an der Guildford School of Acting ist Rebekah ein außergewöhnliches Talent – mit einer intonationssicheren, ausdrucksstarken Stimme von Klarheit und Schönheit, die vermuten lässt, dass sie eines Tages bald – um es mit den Worten des Pharaos zu sagen – ein Star sein könnte. Nach Watford wird sie für den Rest der Tour von Amelia Lily ersetzt – erneut eine X Factor-Finalistin – in ihrem professionellen Bühnendebüt.
Der andere große Name ist Matt Lapinskas, ein ehemaliger EastEnders-Darsteller, der im vergangenen Jahr zur Tour stieß – in der kleinen, aber szenenstehlenden Rolle des elvisartigen Pharaos. Er erscheint erst in der zweiten Hälfte, erfüllt dann jedoch alle Erwartungen mit einer hüftschwingenden, großspurigen Performance, einschließlich „King of my Heart“ – einem Song, der seit der Wiederaufnahme 2007 hinzugefügt wurde.
Mit einem energiegeladenen und talentierten Ensemble bietet die Show dem Publikum alles, wofür es gekommen ist: von den geliebten Songs bis hin zu Comedy, die bisweilen haarscharf am Camp entlangschrammt. Es gibt aufblasbare Schafe, singende Kamele und tanzende Ägypter – dazu musikalische Pastiches mit Line-Dance-Cowboys, Gospelchören, Calypso-Sänger*innen und Edith-Piaf-artigem Kabarett. Verstärkt wird das durch die pointierte Choreografie von Henry Metcalfe, der außerdem Jacob und Potiphar spielt, sowie durch das elegante Lichtdesign von Nick Richings.
Die Produktion bleibt den Wurzeln der Show als Schulaufführung treu – mit einem unterstützenden Kinderchor, der durchgehend auf der Bühne bleibt und nach der Pause mit einem Medley seinen Moment im Rampenlicht bekommt. Im Watford Colosseum wurde diese Aufgabe wunderbar von Kindern aus zwei lokalen Chören übernommen: Stagecoach Watford sowie Stagecoach Stanmore and Harrow Weald. Das ergibt zusammen das Rezept für eine unterhaltsame, fröhliche Show, die von Anfang bis zum Ende begeistert – bis hin zum finalen Joseph-Megamix, der das Publikum von den Sitzen riss, sodass es tanzend und mitsingend mitging.
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