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KRITIK: Shrek, New Wimbledon Theatre (UK Tour) ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
douglasmayo
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Shrek – Das Musical
New Wimbledon Theatre (UK-Tour)
21. Januar 2016
4 Sterne
Nach über einem Jahr auf Tour durch Grossbritannien machte Shrek im New Wimbledon Theatre Station – als vorletzter Halt der Tour.
Basierend auf dem DreamWorks-Animationsfilm und der fantastischen Vorlage von William Steig haben David Lindsay-Abaire und Jeanine Tesori einen durch und durch unterhaltsamen Theaterabend geschaffen, der alle Altersgruppen anspricht.
Nach einem Jahr unterwegs ist das Ensemble in den Rollen, die es spielt, spürbar zuhause – und hat sichtlich Freude daran, dieses Musical dem Publikum in ganz Grossbritannien zu präsentieren.
Dean Chisnall stürmt als Shrek förmlich von der Bühne – eine ansteckende Performance. Chisnall gelingt es, Shrek unter Polsterung und Prothesen hervorzuzaubern und ihn für Mitspielende wie Publikum emotional greifbar zu machen – keine leichte Aufgabe. Who I’d Be, Shreks Schlussnummer im ersten Akt, landete in glänzender Form einen Volltreffer. Bronte Barbé strahlt als vorlaute, furchtlose Prinzessin Fiona; I Know It’s Today und Morning Person wurden wunderschön dargeboten, mit herrlich viel Biss. Zusammen mit Idriss Kargbos Esel bekam Chisnalls Shrek perfekt getimtes komisches Backup. Lucille Lee-Redman ist eine grossartige junge Fiona, und gemeinsam mit Laura Baldwin ist das I Know It’s Today-Trio eine wahre Freude fürs Ohr.
Gerard Carey ist ein grossartiger Lord Farquaad. Auf dem soliden Fundament, das Tesori und Lindsay-Abaire gelegt haben, wird diese Figur zu einem Ein-Mann-Comedy-Imperium mit unzähligen Nuancen. Niemand sonst auf der Bühne hat da eine Chance.
Ich ziehe den Hut vor Will Haswell, Keith Henderson, Ryan Reid und Kevin Yates, die den riesigen Drachen animieren – köstlich gesprochen im echten Gladys-Knight-Stil von Candace Furbert. Dieses Team erweckt das wimpernschlagende Biest scheinbar mühelos zum Leben. Bravo!
Diese Shrek-Produktion kann sich über ein fantastisches Ensemble freuen, das unglaublich hart arbeitet – als Stepptanz-Ratten, Duloc-Wachen und eine ganze Reihe „schräger“ Märchenfiguren, jede mit eigener Note. Denn in Shrek bekommen Erwachsene eine Portion Comedy serviert, die Kinder begeistert und den Eltern das dringend nötige Augenzwinkern mitgibt. Einer meiner Lieblingsmomente: Freak Flag war herrlich komisch – und genau auf den Punkt.
Nigel Harman hat seine eigenen Erfahrungen als Shrek-Ensemblemitglied genutzt und ein überzeugendes Regiedebüt hingelegt. Es ist immer spannend, wenn ein Darsteller bei einer Produktion, an der er selbst beteiligt war, auf den Regiestuhl wechselt – und hier ist das nicht anders. Aus meiner Erfahrung kommen dann oft zusätzliche kleine Details hinzu, die aus einem echten Verständnis für die Show und ihre Figurenwelt entstehen. Ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.
Shrek ist ein Musical darüber, Menschen anzunehmen, die anders sind – und niemanden aufgrund von Vorurteilen zu beurteilen. Um das Stück zu zitieren: „what makes us special makes us strong“ – und selten waren Worte wahrer.
Shrek ist eine grossartige Show für Erwachsene wie Kinder – aber beeilt euch, lange ist sie nicht mehr zu sehen. Schade eigentlich!
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