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REZENSION: Talking Heads, The Shrine, BBC iPlayer ✭✭✭✭
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pauldavies
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Paul T Davies bespricht Monica Dolan in The Shrine, Teil von Alan Bennetts Talking-Heads-Reihe – jetzt in der BBC iPlayer-Mediathek
Monica Dolan in The Shrine Talking Heads: The Shrine.
Mit Monica Dolan
Jetzt in der iPlayer-Mediathek verfügbar.
4 Sterne
Wenn Sie die Streams der Reihe nach schauen oder noch darauf warten, es auf BBC One zu sehen: Dies ist das zwölfte Stück von zwölf – diese Kritik kann also Spoiler enthalten. Es ist die zweite von zwei neuen Folgen, die Alan Bennett geschrieben hat, um die beiden ursprünglichen Monologe zu ersetzen, die von einer Schauspielerin über siebzig gespielt werden müssen.
Lorna wird vom Tod ihres Mannes unterrichtet. Clifford ist bei einem Unfall ums Leben gekommen, als er Motorrad fuhr, und sehr schnell sind die typischen Bennett-Motive gesetzt: junge Polizisten, die Abwehr des Begriffs „closure“ (Abschluss), und was hat Bennett eigentlich mit Geistlichen? Hier ist es der „Rev“, der auch mal richtig „revvt“! Die Polizei hat am Unfallort bereits Blumen niedergelegt – offenbar als Warnung an Autofahrende, vorsichtig zu sein. Zunächst abweisend, beginnt Lorna den Ort aufzusuchen und richtet für Clifford einen Schrein ein. Doch jemand anderes legt dort ebenfalls Blumen ab, und schließlich begegnet sie Betsy, einer Bikerin. Lorna erfährt, dass Clifford in der Motorrad-Community eine ganz andere Persona hatte und dort als Cliff bekannt war. Dort tauschte er die Avocado-Käse-Sandwiches, die Lorna ihm machte, gegen Bacon-Butties, und der Polizist teilt ihr mit, dass Clifford im Moment des Unfalls gerade zum Höhepunkt kam.
Das Stück ist – wie alle Monologe dieser Reihe – wunderschön gespielt. Monica Dolan trifft Lornas Trauer und Verwirrung perfekt, ebenso dieses Bedürfnis, an der britischen „stiff upper lip“ festzuhalten. In ihrem Gesicht spiegelt sich Entsetzen über die Enthüllungen zu „Cliff“ – dem Mann, den sie kaum kannte, einem Mann, der nicht ihr Ehemann Clifford zu sein scheint. Interessant ist jedoch, dass Cliff, so fremd er ihr auch ist, ein anständiger Mensch bleibt. Zwar gibt es Andeutungen, dass Betsy ihn bewundert hat, dass er vielleicht eine Sozia dabeihatte, dass sich womöglich fragwürdiges Material auf seinem Computer befindet, von dem Lorna lieber nichts wissen möchte – zugleich hat Cliff jüngere Biker inspiriert und war in der Szene sehr beliebt.
Es kann vielleicht ein wenig anti-klimatisch wirken, dass es keine schockierenden Enthüllungen gibt, doch für mich ist das Stück eine Studie über Trauer und Bewältigung. Lorna sagt im Schlussbild sogar, wenn das hier ein Film wäre, würde er damit enden, dass Lorna ein Transportcafé namens Cliff’s Corner eröffnet und Bacon-Butties an einsame Biker serviert, die in Scharen kämen – das Café gebaut auf dem Gelände von Cliffords tödlichem Unfall, Lorna in seiner Motorradmontur. Dem Stück ist hoch anzurechnen, dass es sich auf den leisen, persönlichen Prozess des Trauerns konzentriert – und genau das fängt Dolans zurückgenommenes Spiel perfekt ein. Ihr „Abschluss“ besteht darin, Cliffs zwei Motorradhelme zu Blumenkörben zu machen – und das sagt eigentlich alles, was man über Bennetts Welt wissen muss!
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