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REZENSION: Diana das Musical, Streaming auf Netflix ✭
Veröffentlicht am
5. Oktober 2021
Von
douglasmayo
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Douglas Mayo bespricht Diana: Das Musical, das derzeit auf Netflix gestreamt wird – vor einer möglichen Wiedereröffnung am Broadway im weiteren Verlauf dieses Jahres.
Diana: Das Musical – mit freundlicher Genehmigung von Netflix. Diana: Das Musical
Streaming auf Netflix
1 Stern
Es heisst, es gebe nichts Besseres als ein grossartiges Musical. Nun, ich habe herausgefunden, dass es nur eine Sache gibt, die noch besser ist: ein wirklich grauenhaftes Musical. Wie bei manchen Momenten im Leben weiss man, man sollte besser wegschauen – aber man kann einfach nicht anders.
Diana: Das Musical ist eine Ansammlung vieler solcher Momente, die scheinbar wie in einer Kettenreaktion miteinander verschmelzen – und das Ergebnis ist wahrhaft spektakulär!
https://www.youtube.com/watch?v=UlebsnuEI1Y
Schon nach wenigen Minuten sass ich hier und fragte mich, ob das nicht irgendeine Art komischer Persiflage sein soll. Fassungslos starrte ich auf den Bildschirm – und als wir bei der Freddie-Mercury-Anspielung im Song „Disco Cello“ ankamen, sass ich nur noch da und dachte: „Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein – Oh mama mia, mama mia, mama mia, let me go, Beelzebub has a devil put aside for me, for me“, um einen Teil von Freddies bekanntester Textzeile zu zitieren!
Vom Ton her ist es ein einziges Durcheinander: teils Parodie, teils Drama, teils Komödie, teils pervertierte Fantasie. Es ist ein Musical ohne jede Atempause – mit jaulenden E-Gitarren, teuflisch schlechten Songtexten, seltsam schnellen Kostümwechseln und einer Choreografie, die wirkt, als sei sie von Michael Jacksons „Thriller“ inspiriert (vermutlich übernommen, weil einen nichts so recht auf das Biest vorbereitet, das gleich zuschlägt!).
Und das noch ganz ohne die Geschichte selbst zu hinterfragen – die vielleicht mehr Wahrheit oder Verständnis gehabt hätte, wenn Meghan Markle sie geschrieben hätte, und das will schon etwas heissen! Eine Farce! So lohnenswert es zweifellos ist, Dianas Leistungen zu würdigen, tappte das Musical offenbar in dieselbe Falle wie Netflix’ The Crown. Da die meisten Hauptbeteiligten des Dramas noch leben und vieles von den Intrigen nicht vollständig dokumentiert ist, rutscht dieses „Er hat gesagt/sie hat gesagt“ rasch in etwas ab, das stellenweise schäbig wirkt – etwa wenn ein Dynasty-artiges Kräftemessen zwischen Diana und Camilla inszeniert und dann auch noch mit dem Kampf Mohammed Ali – Joe Frazier verglichen wird, der als „Thriller From Manilla“ angekündigt wurde.
Für eingefleischte Fans wirklich schlechter Musicals ist das ein Muss!
Mach Platz, Carrie – hier kommt Diana!
Anmerkung der Redaktion: Bitte beachten Sie, dass wir in dieser Besprechung keine Mitglieder der Besetzung namentlich genannt haben, da wir der Ansicht sind, dass das Material selbst hier sehr deutlich im Epizentrum des Problems liegt.
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