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REZENSION: Tagebuch eines Niemandes, Kings Head Theatre ✭✭✭✭
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Leitartikel
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Foto mit freundlicher Genehmigung von Rocco Redondo. Diary of a Nobody
King’s Head Theatre
23. Januar 2015
4 Sterne
Es ist etwas Wunderbares, ein Theaterstück zu sehen, das offensichtlich bis ins Detail durchdacht und präzise gebaut ist – und dabei zugleich diesen ungezügelten, spielerischen Geist bewahrt, den man sonst eher aus der Impro-Comedy kennt. Genau in dieser süssen Schnittmenge bewegt sich Diary of a Nobody.
Derzeit im King’s Head Theatre zu sehen, ist Diary of a Nobody eine grossartige Mischung aus dem Besten an Python-ähnlichem Slapstick, Rollenwechseln und Mehrfachbesetzungen, die an die Reduced Shakespeare Company erinnern, und einem extrem straffen Design, das die bewusst chaotische Anmutung der Inszenierung noch verstärkt.
Die Kostüme erinnern an die Kollektion, die Maison Martin Margiela vor ein paar Jahren für H&M neu aufgelegt hat – die weisse Farbe auf dem Stoff verleiht dem Ganzen eine herrlich theatrale Qualität, die auf der High Street nie wirklich zu Hause war, in dieser Arbeit jedoch absolut richtig ist.
Alle vier Darsteller liefern herausragende Leistungen. Geordie Wright könnte mit seiner exzellenten Stimmarbeit durchaus der nächste Terry Jones sein, George Fouracres’ Lupin ist ein echtes Vergnügen, und Jake Currans „Straight Man“ im Zentrum des Stücks bildet einen hervorragenden Gegenpol zu dem Wahnsinn, der ihn umgibt.
Jordan Mallory-Skinners Carrie ist das Juwel des Abends – vermutlich die witzigste Figur von allen; sein punktgenaues, stets präsentes Timing ist makellos.
Das einzige Problem scheint das Ende zu sein – strukturell wirkt es, als wüsste das Stück nicht ganz genau, wie es abschliessen möchte. Andererseits ist Diary of a Nobody von Anfang bis Ende durchweg komisch, sodass man ihm diese kleine strukturelle Unruhe gern verzeiht.
Diary of a Nobody ist ein spektakuläres Stück Theater – und unbedingt sehenswert.
Diary Of A Nobody läuft bis zum 14. Februar. Besuchen Sie die Website des King’s Head Theatre.
Kritik von James Garden
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