NACHRICHTEN
REZENSION: Bildung, Bildung, Bildung, Pulse Festival, New Wolsey Theatre ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
9. Juni 2018
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht Wardrobe Ensembles Education Education Education, gezeigt im Rahmen des Pulse Festival im New Wolsey Theatre.
Die Besetzung von Wardrobe Ensembles Education Education Education. Foto: Graeme Braidwood Education Education Education.
Pulse Festival, New Wolsey Theatre, Ipswich.
8. Juni 2018
5 Sterne
Es gibt das „zu spät zur Party kommen“ – und dann gibt es, gerade noch die letzte Vorstellung von Wardrobe Ensembles Tournee ihres epischen Stücks zu erwischen, das im Jahr 1997 spielt. Es ist Mai 1997: Tony Blair hat die Wahl gewonnen, und Katrina and the Waves haben den Eurovision Song Contest gewonnen. An der Wordsworth Comprehensive School ist „muck up day“, bevor die Schülerinnen und Schüler in die Lernphase für die Prüfungen starten; Tobias, der neue deutsche Austauschlehrer, ist angekommen; Sue organisiert eine besondere Vollversammlung; und Turkey Twizzlers stehen gerade frisch auf dem Speiseplan. Es ist die Zeit von Cool Britannia, und New Labour steht kurz davor, Milliarden in Bildung zu investieren. Heute wirkt das wie ein goldenes Zeitalter – und die Kompanie feiert und erinnert es in gleichem Maß.
Eines der zentralen Merkmale von Wardrobe Ensembles Arbeit ist natürlich das Ensemble-Spiel – doch es ist ihr Einsatz von Bewegung und Musik, der sie momentan wirklich aus der Vielzahl anderer Compagnien heraushebt. Vom Ensemble geschrieben und entwickelt, tut das Stück genau das, was man sich von Theater wünscht: Es bringt einen laut zum Lachen und lässt einen zugleich mit Wehmut lauschen – und es liefert reichlich Gesprächsstoff für diejenigen von uns, die sich an 1997 noch sehr gut erinnern. Jesse Meadows ist großartig als fürsorgliche, chaotische Sue, stets auf der Seite der Schülerinnen und Schüler; Ben Vardy bringt als Tim Pashley eine Sportlehrer-Männlichkeit auf die Bühne; Greg Shewring ist ein fantastischer, leicht windiger Paul; Kerry Lovell eine starke, unerbittliche Robocop-Version einer Lehrerin; und Emily Greenlade ist hervorragend … Emily Greenslade. Tom England trifft den Stress und Optimismus des Schulleiters Hugh punktgenau, und James Newton ist herrlich als stoischer Tobias, ein hervorragender Erzähler der Ereignisse dieses Tages.
Die Inszenierung treibt mit höchstem Adrenalin-Puls voran, die Titanic-Sexszene ist unvergesslich, und dazwischen gibt es Momente zutiefst berührender Nähe zwischen dem Kollegium und Emily. Wir alle wissen – zwanzig Jahre später –, was schiefgelaufen ist, und das lässt uns mit Zuneigung auf diese Zeit zurückblicken. Ich kann nur empfehlen: Wenn und WANN das Stück wiederaufgenommen wird, müsst ihr es sehen. Nachdem ich auch 1972: The Future of Sex gesehen habe, rate ich: Lernt Wardrobe Ensemble kennen. Sie sind die Zukunft des Theaters.
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