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KRITIK: Ein Kleiner Houdini, Pleasance Dome, Edinburgh Festival ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
markludmon
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Daniel Llewelyn-Williams Ein ganz normaler kleiner Houdini
Pleasance Dome
Vier Sterne
Eine Familie, die anstand, um Ein ganz normaler kleiner Houdini zu sehen, sprach aufgeregt darüber, welche Zaubertricks und Eskapologie-Kunststücke sie hoffte zu erleben. Offensichtlich hatten sie nicht groß recherchiert – doch am Ende der Vorstellung unterhielten sie sich lebhaft darüber, welch beeindruckende Erzähleistung sie gerade genossen hatten.
Abgesehen von ein paar geschickt in die Handlung eingewobenen Zaubertricks ist Ein ganz normaler kleiner Houdini ein fesselndes One-Man-Stück, das die Geschichte eines Jungen erzählt, der im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in Newport in Südwales aufwächst. Geschrieben und gespielt wird es vom Schauspieler Daniel Llewelyn-Williams, selbst aus Newport, der einen jungen Mann verkörpert, der sich an seine frühen Jahre erinnert – und an seine kindliche Obsession für Harry Houdini, den legendären amerikanischen Entfesselungskünstler. Mit wenigen Requisiten und viel Vorstellungskraft versetzt es einen zurück in die harte Arbeiterwelt einer Familie, deren Lebensunterhalt von den Docks abhängt. Es beginnt gemächlich, doch dank der Stärke von Llewelyn-Williams’ Spiel und Text packt einen die Erzählung schon bald, während sie an Spannung gewinnt und herzzerreißende Tragik mit aufrichtender Hoffnung auf menschliche Widerstandskraft verbindet. Unter der Regie von Joshua Richards ist es eine wunderschön gearbeitete Produktion, die einen Bann schlägt, der noch lange nach dem Schluss nachwirkt.
Ein ganz normaler kleiner Houdini läuft im Pleasance Dome bis zum 30. August 2016
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