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REZENSION: Removed, Traverse Festival Online ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht die Prime-Cut-Produktion von Removed von Fionnuala Kennedy, die im Rahmen von Traverse Festival Online gestreamt wurde.
Removed.
Traverse Festival Online
4 Sterne
Als ausverkaufter Erfolg beim Belfast Children’s Festival findet Prime Cuts Produktion von Removed mühelos ihren Weg zu Traverse Festival Online, und Fionnuala Kennedys raues, ehrliches und zugleich warmherziges Stück wirkt vor allem durch die Würde, die es Kindern verleiht, die in der Obhut des Staates aufwachsen. Adam und sein jüngerer Bruder Joseph werden ihrer Mutter – einer Witwe, die mit Alkoholismus kämpft – entzogen und in eine Reihe von Pflegefamilien sowie Unterkünften gebracht. Joseph entscheidet sich für eine Adoption, und wir begleiten Adam in eine Wohngruppe, bis er 18 ist – und darüber hinaus.
Der Monolog wird von Conor O’Donnell wunderbar gespielt: eine äußerst feinfühlige Darstellung, die Adam von Anfang an sympathisch macht. O’Donnell trifft genau die richtigen Töne zwischen Verletzlichkeit und Trotz, Angst und Hoffnung, Aufregung und Schuld. (Auf dem Weg zur ersten vorübergehenden Pflegestelle ist er begeistert von der Landschaft, den Pferden, dem Meer – Dingen, die er noch nie gesehen hat –, gedämpft durch sein schlechtes Gewissen, seine Mutter zurückzulassen.) So gut funktioniert das Stück jedoch auch deshalb, weil Regisseurin Emma Jorden den Stream ebenso präzise montiert: Es hat einen starken Rhythmus, das Zuschlagen verschiedener Türen setzt einen wirkungsvollen Beat, und Einstellungen von Adams Händen, zusammen mit den Gesichtern anderer Kinder, sind perfekt getimt, um die passenden Akzente im Text zu treffen. Zugleich wird deutlich, dass „removed“ im Fall mancher verletzlicher junger Erwachsener auch bedeuten kann: aus der Gesellschaft gelöscht.
Auch wenn man das Gefühl haben mag, solche Geschichten schon einmal gehört zu haben, zieht sich ein Hoffnungsschimmer durch das Stück. Manchmal droht er zu reißen, doch er ist immer da – und O’Donnell spricht so flüssig in die Kamera, dass ich völlig in Adams Geschichte hineingezogen wurde. Prime Cut haben zudem ein Begleit-Resource-Pack erstellt, und diese Produktion lohnt es sich unbedingt, sich Zeit dafür zu nehmen.
Auch wenn Sie das gesamte Traverse Festival Online kostenlos ansehen können, überlegen Sie bitte – wenn es Ihnen möglich ist –, eine Spende zu tätigen, um die Arbeit der Künstler*innen zu unterstützen.
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