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KRITIK: Der Wind in den Weiden, Mercury Theatre ✭✭✭✭✭
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Von
pauldavies
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Die Besetzung von Der Wind in den Weiden. Foto: Darren Bell Der Wind in den Weiden
Mercury Theatre Colchester.
6. August 2016
5 Sterne
In diesem Olympia-Jahr holt sich das Mercury Theatre Gold – mit einer weiteren inspirierten, ungemein unterhaltsamen Familienproduktion für den Sommer. Nach dem großartigen James und der Riesenpfirsich im vergangenen Jahr kehrt Regisseur Matthew Cullum zurück und lässt mit einer außergewöhnlichen Besetzung aus Schauspieler*innen und Musiker*innen erneut seine Magie wirken. Von der entspannten, trägen Mundharmonika und dem langsamen Erwachen der Flussuferbewohner zu Beginn bis hin zu einem wahrhaft mitreißenden Gemeinschaftstanz am Ende ist diese Show ein Vergnügen für wirklich jedes Alter!
Die Besetzung von Der Wind in den Weiden. Foto: Darren Bell
Die Vorlage – Willis Halls beliebte Bühnenfassung – wurde behutsam verwoben und ergibt ein Abenteuer, das die Handlung des Buchs nicht verrät, sondern sie neu zum Leuchten bringt: eine neue Generation lernt Kröterich und seine Freund*innen kennen – und ihren Widersacher, den Wild Wooder. Und das Ensemble ist makellos: Songs und feines Charakterspiel packen selbst die jüngsten Zuschauer*innen. Publikumsliebling Dale Superville, bekannt aus den jüngsten Mercury-Pantomimen, gibt einen frechen, herrlich campen, energiegeladenen Kröterich, der mit Dreistigkeit und Arroganz begeistert – und vor der Pause eine umwerfende Diva-Nummer in einer urkomischen, von Les Misérables inspirierten Parodie hinlegt. Pete Ashmore verzaubert als weiser, freundlicher Wasser-Ratte, und Sam Pay ist ein wunderbarer, kräftiger, nordenglischer Maulwurf – ein sanfter Riese. Simon Spencer Hyde hat sichtlich Spaß an seinen vielen Rollen, besonders als köstlich komischer Richter R. De Veering, und Kate Adams verleiht Dachs genau das richtige Maß an Autorität – ein Erwachsener, dem man wirklich zuhören sollte! Louisa Beadel ist als Enid, Dienstmädchen in Kröterichs Herrenhaus, ein echter Kracher, und Christopher Hogben ein schlüpfriger, bedrohlicher Wild Wooder, der die Gefahr genau auf der richtigen Seite des Fürchterlichen hält, damit die Kleinen ihren Spaß haben. Musikdirektor Barnaby Southgate fängt zudem die Atmosphäre jeder Szene perfekt ein.
Sam Pay als Maulwurf. Foto: Darren Bell.
Die Musik, komponiert von der Resident Composer bei Cameron Mackintosh, Rebecca Applin, ist eine fröhliche Mischung aus Folk und Bluegrass, die sich perfekt zwischen Text und das stimmungsvolle Design von Katie Sykes schmiegt. Matthew Cullums Regie lässt der Fantasie freien Lauf: Ein Einkaufswagen wird zum Pferd, ein Spaten zum Fisch, ein Signalhorn zur Pistole – ohne je die Geschichte aus dem Blick zu verlieren. Der Schlüssel zum Erfolg dieser Produktion liegt im Erzählen. Das Mercury könnte mit seinen Sommerproduktionen inzwischen eine Tradition begründen. In einem wunderbar inspirierten Moment werden die jüngeren Zuschauer*innen am Ende auf die Bühne eingeladen, um mit dem Ensemble zu tanzen, während der Rest des Saals applaudiert. In solchen Augenblicken werden die Theatermacher*innen von morgen geboren! Ein Sommererfolg – pures Gold!
Bis 21. August.
JETZT BUCHEN FÜR DER WIND IN DEN WEIDEN IM MERCURY THEATRE COLCHESTER
Dale Superville als Kröterich. Foto: Darren Bell
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