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REZENSION: Sind wir nicht zu einem neuen Zeitalter hingezogen, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
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Von
markludmon
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Mark Ludmon rezensiert Ontroerend Goeds Show „Are we not drawn onward to new erA“ im Zoo Southside beim Edinburgh Fringe
Are we not drawn onward to new erA Zoo Southside, Edinburgh Fringe
Fünf Sterne
Die belgische Theatercompagnie Ontroerend Goed hat sich international einen Ruf für ihre provokanten und oft interaktiven Produktionen erarbeitet. Als regelmäßiger Gast beim Edinburgh Fringe kehren sie in diesem Jahr mit einem ihrer Erfolge zurück: Are we not drawn onward to new erA – ein Palindrom, das sich vorwärts wie rückwärts lesen lässt. Auch wenn das Stück für das Publikum nicht unmittelbar partizipativ ist, bleibt es eine verstörende, eindringliche Meditation darüber, wie umkehrbar die menschliche Verwüstung des Planeten wirklich ist.
Das Wortspiel des Titels ist ein Vorgeschmack auf das, was folgt. Die Kraft der Inszenierung und ihre theatralen Wendungen entfalten sich am besten, wenn man nicht weiß, was einen erwartet – also lesen Sie jetzt besser nicht weiter, wenn Sie selbst den kleinsten Spoiler vermeiden möchten. Ganz unvorbereitet war ich sofort von dem visuell eindrucksvollen Konzept gepackt: Sechs Personen zerstören systematisch einen Apfelbaum, übersäen die große Bühne mit Hunderten Plastiktüten und errichten eine imposante goldene Statue. Dabei sprechen sie eine seltsame Sprache: Ist es vielleicht das flämische Muttersprachliche der Compagnie – oder womöglich Russisch?
Selbst wenn man glaubt, verstanden zu haben, was vor sich geht, merkt man erst später, wie viel einem entgangen ist. Es ist beglückend, überraschend und unerwartet berührend – mit technisch beeindruckenden Leistungen des Ensembles Angelo Tijssens, Jonas Vermeulen, Karolien De Bleser, Leonore Spee, Maria Dafneros und Vincent Dunoyer. Unter der Regie von Alexander Devriendt und mit Dramaturgie von Jon Martens wurde die Show ursprünglich vor vier Jahren entwickelt und feierte ihre UK-Premiere im Theatre Royal Plymouth – doch ihre Ideen sind aktueller denn je. Die schlichteste Reaktion auf diese phänomenale Produktion ist eigentlich nur: „Wow.“
Läuft bis 25. August 2019.
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