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REZENSION: Baby Reindeer, Bush Theatre London ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

danielcolemancooke

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Danny Coleman-Cooke rezensiert Richard Gadds Baby Reindeer, das derzeit im Bush Theatre in London zu sehen ist.

Foto: Andrew Perry Baby Reindeer

Bush Theatre

11. Oktober 2019

5 Sterne

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Ich dachte, das hätte ich schon einmal durchgemacht. Vor ein paar Jahren war ich völlig gefesselt von Richard Gadds Monkey See Monkey Do – einem rohen, intensiven Beichtmonolog über den sexuellen Missbrauch, den er erlebt hat, und darüber, wie dieser sein Leben und seine Comedy-Karriere aus der Bahn geworfen hat.

Er brachte das nicht nur zustande, während er mehrere Meilen auf einem Laufband rannte, sondern erzählte für mich auch eine Geschichte, die nach Abschluss klang: das Trauma zu überwinden, indem er die Geschichte zu seinen Bedingungen erzählt.

Foto: Andrew Perry

Damals ahnte ich nicht, dass er, während er dieses preisgekrönte Stück spielte, gerade durch eine weitere Hölle ging – unter einem Druck, der kaum vorstellbar ist. Genau davon erzählt Baby Reindeer: die Geschichte einer Stalkerin, die sich nach einer kurzen Begegnung an Gadd klammert und eine anhaltende, beängstigende Besessenheit entwickelt.

Sie schreibt Hunderte E-Mails am Tag, hinterlässt stundenlange Sprachnachrichten, kommt zu seinen Vorstellungen und spürt sogar seine Adresse und seine Familie auf.

Das schnelle Multimedia-Format von Gadds Arbeiten passt hervorragend zu dieser Geschichte: Nachrichten, Aufnahmen und Interviews werden immer wieder eingespielt und machen das Ausmass der Belästigungskampagne sichtbar.

Foto: Andrew Perry

Gadds Spiel ist elektrisierend; auch wenn er diesmal nicht auf dem Laufband steht, dürfte er ein ähnliches Workout absolvieren, wenn er über die Bühne schreitet und marschiert – und dabei blitzschnell zwischen Panik, Wut und sehr unterhaltsamen Momenten von Humor wechselt.

Das Skript ist meisterhaft geschrieben, wohltuend offen über seine eigenen Fehler und bemerkenswert mutig, wenn es Gespräche nachzeichnet, die ihn nicht immer im besten Licht zeigen.

Baby Reindeer ist eine schonungslose, vielschichtige Geschichte – und zugleich ein wichtiger Weckruf, der zeigt, wie viel mehr Unterstützung Betroffene wie Gadd benötigen und wie wenig hilfreich Geschlechterklischees bei der Wahrheitsfindung sein können.

Dieses Stück schickt einen durch den sensorischen und emotionalen Fleischwolf, ist aber eine unverzichtbare Geschichte – brillant erzählt von einem der derzeit innovativsten Künstler auf der Bühne. Unbedingt sehenswert.

Bis 9. November 2019 im Bush Theatre, London

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