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REZENSION: Buried - Ein Neues Musical, Edinburgh Festival Fringe ✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
markludmon
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Buried: Ein neues Musical
C Too, Edinburgh Fringe
Drei Sterne
Den Partner oder die Partnerin deiner Träume zu finden ist schon schwer genug – aber nahezu unmöglich wird es, wenn man eine Serienmörderin ist. In dem bezaubernden neuen Musical Buried von Tom Williams und Cordelia O'Driscoll werden die Tücken des Datings auf herrlich böse Weise ins Extrem getrieben.
Die wunderschöne 25-jährige Rose sucht ihre Opfer, indem sie Dates arrangiert – bis sie buchstäblich auf ihr Ebenbild trifft: den ebenfalls soziopathischen Harry. Sie sind kein perfektes Paar – sie bevorzugt Gift, er steht eher auf Messerattacken – doch sie navigieren durch die Höhen und Tiefen einer Beziehung und versuchen sogar, ihr grausiges Hobby miteinander zu teilen. Die Handlung wird ergänzt durch Erklärungen dazu, was es bedeutet, soziopathisch zu sein, und betont, wie verstörend es für die zwei gut gelaunten Killer sein muss, plötzlich eine emotionale Bindung zu einem anderen Menschen zu spüren.
Die Geschichte mag blutig sein, doch die Musik ist üppig melodisch und voller Seele – vom wiederkehrenden „When You Look Into Each Others' Eyes“ bis zum mitreissenden Duett „Another Me“. Die Melodien gehen ins Ohr, und du wirst dich später dabei ertappen, sie vor dich hin zu summen, auch wenn die Liedtexte aus einem deutlich blutgetränkteren Kontext stammen.
Buch und Songtexte sind pointiert und oft sehr witzig, wobei Lindsay Manion als sarkastische Rose für reichlich Lacher sorgt. Sebastian Belli bringt als Harry herrlich trockenes Understatement mit – am stärksten glänzt das Duo jedoch, wenn es in den geschickt arrangierten Duetten zusammenkommt.
Unterstützt werden sie von einem Ensemble aus Alexander Cosgriff, Lawrence Hunt, Teah Lewis und Olivia Doust – wobei wir bei meiner Vorstellung die Komponistin Cordelia O'Driscoll als Einspringerin für Olivia erleben durften. Begleitet werden sie von einer fünfköpfigen Band mit starkem Gitarrenfokus, die jedoch durch die emotionale Sogkraft der Violine unter der musikalischen Leitung von Jack Robertson wunderbar angehoben wird. Inszeniert vom Autor Tom Williams für Colla Voce Theatre, ist die Show auf verdrehte Weise charmant und ausgesprochen unterhaltsam – voller schwarzem Humor und ein paar wirklich mörderisch guten Songs.
Läuft bis zum 28. August 2017
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