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KRITIK: Hold On Let Go, Summerhall, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
16. August 2019
Von
markludmon
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Mark Ludmon bespricht Hold On Let Go, derzeit im Summerhall im Rahmen des Edinburgh Fringe 2019 zu sehen.
Foto: Luke Waddington Hold On Let Go Summerhall, Edinburgh Fringe
Vier Sterne
Ich habe letztes Jahr über 100 Vorstellungen im Theater gesehen – aber bitte löchert mich nicht damit, und erst recht nicht mit den Produktionen, die ich vor 20 Jahren gesehen habe. Ich habe ein A-Level in Deutsch, konnte aber vor ein paar Monaten in München kaum ein Mittagessen bestellen, und es bleibt mir ein Rätsel, wie ich jemals Prüfungen in Physik und Mathe bestanden habe. In der neuen Produktion von Unfolding Theatre, Hold On Let Go, gehen Luca Rutherford und Alex Elliott der Unzuverlässigkeit des Gedächtnisses nach – von der GCSE-Geschichte bis zu Kindheitserlebnissen – und der Frage, was es bedeutet, etwas Wichtiges zu vergessen.
Indem sie das Publikum direkt ansprechen, ziehen uns die beiden mühelos in ihre Gedanken über Erinnerungen hinein. Für Alex besteht die Herausforderung darin, sich an die Stimme seiner verstorbenen Mutter zu erinnern, während er uns – ganz ohne schriftliches Rezept – zeigt, wie man Sauerteigbrot backt. Im größeren Maßstab geht es um das, was aus der Geschichte vergessen wurde, vielleicht sogar absichtlich – etwa Gräueltaten während des Spanischen Bürgerkriegs in den 1930er-Jahren.
Luca, die das Stück geschrieben hat, teilt ihre eigenen Ängste vor dem Vergessen auf eine Weise, die bei vielen von uns sicher nachhallt, und nimmt uns mit auf eine traumartige Reise in ihre „Bank des Vergessens“. Sie entlarvt die Stimme in ihrem Kopf (und in meinem), die ihr vorwirft, dumm und faul zu sein, wenn ihr etwas Wichtiges aus Geschichte oder aktuellem Geschehen entgleitet.
Und durch all das hindurch sind da Essen und Musik – zwei der wichtigsten Speicherorte von Erinnerungen. In Anlehnung an eine Kochvorführung zeigt Simon Hendersons Bühnenbild eine farbenfrohe Küche, die sich öffnet und einen eindrucksvollen Hintergrund aus glitzerndem Sternenlicht freigibt. Die Musik stammt von Paul Smith, Frontmann und Texter der Rockband Maxïmo Park, der darauf hinweist, dass Songs wie „Zeitkapseln“ sein können, in denen unsere Vergangenheit aufbewahrt wird. Unter der Regie von Annie Rigby ist Hold On Let Go berührend und sehr persönlich, voller Wärme – wie eine tröstende Umarmung.
Läuft bis zum 25. August 2019
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