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REZENSION: Something Something Lazarus, King's Head Theatre ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
douglasmayo
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Daniel Cech-Lucas als Jay Something Something Lazarus
King’s Head Theatre
16. März 2016
4 Sterne
Jetzt buchen Something Something Lazarus ist ein neues Musical, das ca. 80 Minuten ohne Pause in einem Akt läuft und derzeit im King’s Head Theatre zu sehen ist – und was für ein Akt das ist!
Im Midnight Sun Cabaret proben Daisy und Vee eifrig für die Eröffnung einer neuen Show am selben Abend. Die Stimmung ist angespannt, und alles steht kurz davor, in eine Krise zu kippen. Daniel, der Besitzer des Midnight Sun, steht kurz vor einem Zusammenbruch.
Mehr zu verraten, würde massive Spoiler bedeuten. Something Something Lazarus ist etwas Ungewöhnliches, etwas Eigenes – und lässt für die Zukunft des Musiktheaters im Vereinigten Königreich Gutes erwarten.
Valerie Cutko als Vee
Something Something Lazarus stammt (Buch und Liedtexte) von John Myatt, die Musik von Simon Arrowsmith. Die Anmerkungen im Programmheft gehen ausführlich auf die Entwicklung des Stücks ein, das offenbar als etwas begann, das ein paar zu viele Ähnlichkeiten zu Stephen Kings Carrie hatte. Davon merkt man heute nichts mehr. Die Show erweitert die Grenzen des Musiktheaters und scheut sich nicht, mit der Form einige ziemlich beachtliche Risiken einzugehen.
Die Autoren nutzen eine ähnliche Technik wie Maury Yeston in Grand Hotel. In dieser Show zieht das Leben des Barons mitten im Song an ihm vorbei, während eine Kugel auf ihn zurast. So ist es auch bei Something Something Lazarus – allerdings in weit größerem, ausladenderem Maßstab.
Ralph Bogard als Daniel
Das straffe Vierer-Ensemble trägt diese Show und ist auf merkwürdige Weise fesselnd. Daisy Amphlett (die zugleich Musical Director ist) und Valerie Cutko spielen die Performerinnen in diesem bizarren Cabaret. Ralph Bogard spielt Daniel, den Besitzer, Daniel Cech-Lucas verkörpert Daniels Freund Jay. Keiner von ihnen wirkt besonders „normal“. Egos überall, und jede Vernunft fliegt über Bord. Am Ende läuft alles auf kostbare 8 Sekunden hinaus – und was für 8 Sekunden das werden! Daniel Cech-Lucas muss man dabei ausdrücklich loben: Als eine Art Conférencier in der zweiten Hälfte hält er das Konzept der Show mit sicherer Hand zusammen.
Interessant ist: Man kann die Show rein körperlich, ganz unmittelbar, so nehmen, wie sie ist. Wenn man jedoch mehr herausholen will, sind über die gesamte Aufführung hinweg subtile Hinweise und kleine Wegweiser gestreut, die reichlich zusätzliche Figurenentwicklung liefern und einen immer tiefer in die Welt des Midnight Sun hineinziehen – inklusive eines Einblicks in Jay, der früh als Auslöser dessen erscheint, was noch kommt (dank eines Messers). Bezüge zu realen Personen wie Harry Clayton-Wright geben Figuren wie Jay deutlich mehr Tiefe; dadurch verstehen wir das Stück besser – und wer diese Menschen eigentlich sind.
Daisy Amphlett als Delia
Musikalisch gibt es hier einige echte Perlen. Cathedral, Alive und Promises Apologies haben mich besonders gepackt. In Something Something Lazarus treiben die Songs die Handlung nicht im klassischen Sinn voran, aber sie öffnen die Figuren auf spannende Weise.
Gerade in einer Zeit, in der wir im Vereinigten Königreich dringend neue Musical-Talente fördern müssen, ist es ermutigend, Arbeiten wie diese zu sehen. Ich hoffe sehr, dass es mehr davon geben wird – und ich würde gern sehen, was sich mit einem höheren Produktionsbudget noch erreichen ließe.
Something Something Lazarus läuft am King's Head bis zum 2. April 2016. Jetzt buchen!
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