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KRITIK: Tiddler und andere tolle Geschichten, Leicester Square Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

12. August 2015

Von

danielcolemancooke

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Foto: Steve Ullathorne Tiddler und andere tolle Geschichten

3 Sterne

Leicester Square Theatre

9. August 2015

Man sagt, es sei gut, sein inneres Kind zu umarmen – und ich habe das an diesem Wochenende auf die Spitze getrieben. Nachdem ich am Freitagabend das hinreissende Hetty Feather gesehen und am Samstag Pixars wunderbaren Film Alles steht Kopf geschaut habe: Was könnte besser passen, als nun eine Bühnenzusammenstellung von Julia Donaldsons beliebtesten Kindergeschichten zu besprechen?

Inszeniert wurde die Produktion von der hochgeschätzten Sally Cookson, die auch das Genie hinter Hetty Feather ist. Zwischen beiden Abenden gab es ein paar deutliche Parallelen: die geschäftige, lebendige Bühne, die an ein Kinderzimmer erinnert, der Einsatz von Geräuschen live auf der Bühne sowie der einfallsreiche Umgang mit Requisiten. Allerdings richtet sich diese Show ganz klar an ein deutlich jüngeres Publikum als Hetty Feather – was sich auch in den Handlungssträngen zeigt (also keine Momente, in denen einem vor Rührung die Lippe zittert).

Die einstündige Show umfasst vier von Donaldsons bekannten Büchern (wenn auch nicht Der Grüffelo, was das Kind neben mir merklich enttäuschte): Tiddler, Monkey Puzzle, Der schlauste Riese der Stadt und A Squash and a Squeeze. Das alles macht grossen Spass – besonders letzteres, in dem Darren Seed urkomisch die alte Dame spielt, als herrlich flamboyante Southern Belle.

Viele der Liedtexte haben eine Dr.-Seuss-artige Qualität, und der charmante Laien-Charme der „Tiere“ sorgte für viele Lacher – wenn Kissen zu Kühen wurden und Schals zu Schlangen. Dazu gab es einen hübschen Projektionseffekt: Auf einem weissen Laken erschien ein ganzes Meer an Meereswesen. Ausserdem spielte das Ensemble seine Instrumente live auf der Bühne; besonders Joe Carey (der dem Comedian Alan Davies verblüffend ähnlich sieht) beeindruckte an der Trompete.

Der meiste Humor ist körperlich und slapstickhaft – und das dreiköpfige Ensemble wirft sich in genau der richtigen Portion Albernheit und Energie hinein. Darren Seed stach dabei besonders heraus: Er verfügt über ein wunderbares Repertoire an Gesichtsausdrücken und ein grossartiges Talent für Charakterrollen. Auch Joe Carey war durchweg sehr komisch, vor allem als schwerfälliger und sympathischer Der schlauste Riese der Stadt. Peta Maurice vervollständigte das Trio und spielte in Tiddler eine überzeugende Fischerin aus Cornwall.

Auch wenn ich ganz offensichtlich nicht zur Zielgruppe dieser Produktion gehöre, hatten die Kinder um mich herum riesigen Spass – und es ist leicht zu sehen, warum das für Familien mit kleinen Kindern ein wunderbarer Ausflug ist. Donaldsons Geschichten sind schlicht und vergnüglich, und das enthusiastische Ensemble sowie die Regie machen den Besuch definitiv lohnenswert.

Tiddler und andere tolle Geschichten läuft bis zum 31. August 2015

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