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REZENSION: Baskerville! Das Mercury Theatre Colchester ✭✭✭✭
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Von
pauldavies
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Paul T Davies rezensiert Baskerville!, Ken Ludwigs Persiflage auf die klassische Sherlock-Holmes-Erzählung, aktuell am Mercury Theatre Colchester.
Eric Stroud & Phil Yarrow in Baskerville!. Foto: Pamela Raith Baskerville!
Mercury Theatre, Colchester.
5. August 2021
4 Sterne
Baskerville!-Tickets buchen Es ist ungewöhnlich, eine Premierenkritik damit zu eröffnen, dass man erst einmal das Gebäude lobt – aber das Mercury Theatre hat sich erhoben, und wie! Das wunderschöne Foyer ist einladend, das Essen ist hervorragend (dieser Ort ist inzwischen mehr als nur ein Theater), der Community Choir war im Haus, und das Publikum der Pressenacht vibrierte vor Vorfreude. Würde die erste Produktion seit der Renovierung – und nach der Pandemie – dem hohen Standard gerecht werden, den der Vanille-Käsekuchen gesetzt hatte?
Naomi Petersen, Richard Ede und Marc Pickering in Baskerville! Foto: Pamela Raith
Die Antwort lautet: ja – und noch mehr! Ken Ludwigs durchgeknallte, liebevolle Persiflage auf den Sherlock-Holmes-Klassiker ist zwei Stunden lang inspirierter Unfug, hier gespielt von einem Ensemble mit genialem Timing. Das ist die perfekte Wahl, um das Publikum nach harten Zeiten wieder willkommen zu heißen, und Ryan McBrydes einfallsreiche Regie trifft jeden komischen Beat und jede Wendung aus Text und Spiel – eine Freude von Anfang bis Ende. Richard Ede ist ein perfekter Holmes: Er fängt dessen Narzissmus treffend ein und nimmt die Figur gleichzeitig herrlich auf die Schippe. Eric Stroud hat als Doktor Watson die schwere Aufgabe, den Großteil der Handlungserklärung zu tragen – und meistert das brillant. Und dann kommen die als Schauspieler 1, 2 und 3 Geführten: Sie übernehmen zwischen sich alle übrigen Rollen, irgendwo um die 50 Figuren, und sie spielen, was das Zeug hält – vermutlich sind die Socken das Einzige, was sie nicht wechseln! Naomi Petersen, die kurzfristig eingesprungen ist, ist großartig, kongenial ergänzt von dem urkomischen Marc Pickering und Phil Yarrow. Eine der Theaterweisheiten lautet: Wenn das Ensemble Spaß hat, hat ihn auch das Publikum – und diese Truppe hat sichtlich eine Riesengaudi. Zu den vielen Highlights zählen die herrlich komischen Barrymores, Stapleton auf Schmetterlingsjagd, die Irregulars – und die Tommy-Cooper-Nummer mit dem „geteilten Kostüm“ feiert einen sehr willkommenen Auftritt!
Eric Stroud, Phil Yarrow, Marc Pickering. Foto: Pamela Raith
Das Bühnen- und Kostümbild von Amy James Cook arbeitet hervorragend mit dem Ensemble zusammen: Die Projektionen wandern im Takt mit ihnen von Ort zu Ort und von Verfolgungsjagd zu Verfolgungsjagd. Sobald das Ensemble anfängt, mit blitzschnellen Kostümwechseln und Soundeffekten zu improvisieren, verdoppeln sich die Lacher – ein Riesenspaß für die ganze Familie. Mein Lieblingsmoment ist der Rückblick „Previously on Baskerville“ – höchste Zeit also, die Boxsets auszuschalten und in dieses Theaterjuwel zurückzukehren. Willkommen zurück, Mercury!
Bis 22. August 2021
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