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REZENSION: Kadetten, Lakeside Theatre, University of Essex ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

24. Oktober 2019

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Cadets, ein Ein-Frau-Solostück, geschrieben und gespielt von Dani Kolanis, im Lakeside Theatre an der University of Essex.

Dani Kolanis in Cadets Cadets

Lakeside Theatre, University of Essex

23. Oktober 2019

4 Sterne

Website des Lakeside Theatre

Die besten Soloshows entstehen oft aus einem starken autobiografischen Blickwinkel, in dem Lebenserfahrungen zu einer überzeugenden Erzählung geformt werden. Dani Kolanis hat ein warmes, liebevolles Solo über ihre Zeit bei den Cadets geschaffen – insbesondere bei den Camden Cadets. Während andere Bezirke, etwa das vielgeschmähte Redditch, Cadets von nahezu durchweg gleicher Grösse, Fitness und Hautfarbe vorweisen, hat Camden gerade einmal fünf Mitglieder. Alle einzigartig, alle mit ihren eigenen Kämpfen – und alle vom Aus bedroht, wenn die Einheit beim jährlichen Fitness- und Aufgaben-Test, der sämtliche Cadet-Gruppen zusammenführt, den letzten Platz belegt.

Die Stärke des Stücks liegt in Kolanis’ herausragender Körperlichkeit: Sie spielt jede Figur ihrer Geschichte – aus allen Cadet-Gruppen – und auch die Anführer*innen sind mit spürbarer Zuneigung gezeichnet. Der Streit zweier Mädchen im Bus trifft ins Schwarze, sowohl durch stumm gesprochene Worte und Mimik als auch durch das unvermeidliche Haareziehen – bis sie sich blitzschnell in Pose werfen, um dem Fahrer zu beweisen, dass sie beste Freundinnen sind. Stimmlich wechselt sie souverän zwischen den Persönlichkeiten in Reih und Glied und erzählt eine Geschichte, die aus ihrer eigenen Vergangenheit gespeist ist. Sie fängt diese schmerzhafte Teenager-Haltung perfekt ein, alles für total uncool zu halten, erkennt aber zugleich an, wie sehr diese Jugendlichen diese Truppe und die Bewegung an sich brauchen – als lebenswichtiges Ventil.

Jede*r Teenager hat natürlich seine eigenen Probleme, und es gibt eine starke LGBTQ-Botschaft, ebenso wie Hintergründe rund um Messergewalt und Mobbing. Gelegentlich könnte sie dem Stück etwas mehr Raum zum Atmen geben – dem Publikum Zeit lassen, einige dieser Themen wirken zu lassen, bevor es zur nächsten, komischen Episode aus dem Leben der Clique übergeht. Das ist jedoch nur eine kleine Kritik, denn man will wirklich wissen, was aus ihnen wird, und man fiebert mit, während sie holprig auf eine „Highly Commended“-Auszeichnung zusteuern. Genau das würde ich dieser Show tatsächlich geben: ein „Highly Commended“! Ich hoffe sehr, dass sie eine Zukunft auf dem Festival-Circuit findet.

Bis 24. Oktober

WEBSITE DES LAKESIDE THEATRE

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