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REZENSION: God Bless You Mr Rosewater, Premiere-Cast-Aufnahme ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
douglasmayo
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God Bless You Mr Rosewater
Premieren-Castaufnahme
Ghostlight Records
4 Sterne
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God Bless You Mr Rosewater war die erste Musical-Zusammenarbeit zwischen Howard Ashman und dem ungemein produktiven Alan Menken. Basierend auf Kurt Vonneguts gleichnamigem Klassiker stand das Werk kürzlich im Mittelpunkt eines halbszenischen Konzerts im City Center in New York – und genau diese Besetzung ist auf dieser Premieren-Castaufnahme festgehalten.
God Bless You Mr Rosewater erzählt die Geschichte von Eliot Rosewater, einem Millionär, der – inspiriert von der utopischen Weltsicht des Romanciers Kilgore Trout – im Alkoholrausch beschliesst, sein Vermögen über einer verarmten Kleinstadt auszuschütten. Doch es gibt Kräfte, die Eliots Wohltätigkeit stoppen wollen – allen voran Norman Mushari, ein Anwalt, der darauf hinarbeitet, Eliot für unzurechnungsfähig erklären zu lassen.
Nach der Off-Broadway-Premiere 1979 kam die Show auf 49 Vorstellungen. Diese neue Aufnahme ist ein herrlich reiches und berührendes Erlebnis. Zum Buch des Musicals kann ich nichts sagen – aber das sind einige von Howard Ashmans besten Liedtexten, vielleicht umso relevanter angesichts des aktuellen wirtschaftlichen und politischen Klimas in den USA.
Menkens Partitur ist melodisch und eingängig; doch mit Ashmans Texten als üppigem Zuckerguss werden diese Songs vollkommen unwiderstehlich.
Die Aufnahme bietet ein starkes Ensemble – doch ich würde mir selbst Unrecht tun, wenn ich nicht zwei Darbietungen besonders hervorhöbe. Santino Fontana spielt Eliot Rosewater und verleiht dem Helden der Show jenen naiv-unverstellten Charme, wie ihn der legendäre Filmveteran Fred MacMurray verkörperte. Selbst auf dieser Aufnahme ist er sofort sympathisch und ein wenig durchgeknallt, aber in seinem Gesang bei Thirty Miles From The Banks Of The Ohio /Look Who's Here steckt Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit.
James Earl Jones taucht als Kilgore Trout auf und wird zudem als „eine Stimme, die der Gottes nicht unähnlich ist“ geführt. Das trifft es – und der Track „A poem by William Blake“ ist grossartig.
Wenn eine Castaufnahme so etwas wie die Visitenkarte für alle ist, die die Show nicht gesehen haben, dann erfüllt diese Aufnahme ihren Zweck ganz eindeutig. Sie hat mich verzaubert und macht Lust auf eine Inszenierung – oder zumindest eine Konzertfassung –, damit ich noch mehr von der wunderbaren Welt Eliot Rosewaters erleben kann.
In einer Welt, die mit zahlreichen Problemen konfrontiert ist, verabschiede ich mich mit diesem Ausschnitt aus Howard Ashmans wunderschönem Text – in der Hoffnung, er sei der Anstoss, sich ein Exemplar dieser Aufnahme zu bestellen.
Dreissig Meilen vom Ufer des Ohio, steh’ ich auf einer kahlen, einsamen Strasse, in einer Stadt, deren Wirtschaft niederschmetternd ist, und deren Menschen völlig überflüssig sind. Oh, die Bahn fährt hier seit Ewigkeiten nicht mehr, und die Fabriken sind auch automatisiert, drum ziehen die Hübschen mit zwanzig aus dieser Stadt fort, wie auch jeder, der ein bisschen IQ besitzt. Nun gibt’s niemanden dreissig Meilen vom Ohio, nur die Leute, um die dieses Land nicht trauert, nein, da ist niemand dreissig Meilen vom Ohio, nur die so schlicht hilflosen Menschen, die nicht wegkönnen.
EXEMPLAR VON GOD BLESS YOU MR ROSEWATER KAUFEN
https://youtu.be/0SBt9oGsXac
https://youtu.be/70BIxij92eE
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