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KRITIK: Hole, Royal Court Theatre ✭✭✭✭
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markludmon
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Mark Ludmon rezensiert Ellie Kendricks Debütstück Hole am Royal Court – inszeniert vom Team hinter der Theatre-Company RashDash
Ebony Bones in Hole am Royal Court. Foto: The Other Richard Hole
Royal Court, London
Vier Sterne
Jetzt buchen Von antiken griechischen Mythen bis zur Wissenschaft subatomarer Teilchen: Ellie Kendrick zieht für ihr explosives Debütstück Hole eine ganze Welt unterschiedlicher Ideen heran. So wie man annimmt, dass die Gesetze der Physik im Inneren eines Schwarzen Lochs versagen, bringt die Inszenierung den Raum im Jerwood Theatre Upstairs aus dem Gleichgewicht – und macht unmissverständlich klar, dass es „keine Regeln gibt, um zu erklären, was als Nächstes passiert“.
Mit einem vielfältigen Ensemble aus sechs Frauen ist Hole eine visuell aufregende Erkundung der Wut auf die männlich dominierten Machtstrukturen der Gesellschaft über 200.000 Jahre Zivilisation hinweg. Es ist ein System, das männliche Gewalt gegen Frauen billigt und weibliche Stimmen zum Schweigen bringt, wenn sie versuchen, darüber zu sprechen. Diese vergrabene Wut bricht buchstäblich aus der Bühne hervor – durch ein weiches, rosafarbenes, pelziges Loch – und die Frauen verwandeln sich in kühne, fantastische Kreaturen, bereit zum Kampf. Doch mit ihrer poetischen Sprache des Protests scheint Kendrick auch darüber nachzudenken, wohin diese Wut geht und ob sie sich auf Dauer aufrechterhalten lässt.
Cassie Layton, Alison Halstead und Eva Magyar in Hole. Foto: The Other Richard
Wie beim besten Gig-Theatre arbeitet die Produktion nicht nur mit Worten, sondern auch mit Musik, Gesang, Bewegung, Klang und Licht. Es gibt vielleicht keine traditionelle Handlung, doch über die 65 Minuten hinweg verliert der Abend nie an Schwung – und in seinen stärksten Momenten jagt er einem einen Schauer über den Rücken. Viel davon ist der Regie von Helen Goalen und Abbi Greenland von der Theatre-Company RashDash zu verdanken, Spezialistinnen darin, Worte mit Musik und Tanz zu verbinden – für Stücke, die provozieren und Fragen stellen.
Unterstützt werden sie von der phänomenalen Lichtgestaltung von Katharine Williams und dem Sounddesign von Emily Legg, die auf Cécile Trémolières’ Bühne ein überwältigendes visuelles und akustisches Erlebnis entstehen lassen. Das Ensemble – Ronke Adekoluejo, Alison Halstead, Rubyyy Jones, Cassie Layton und Eva Magyar – füllt die Bühne wie eine Naturgewalt, wirft sich mit voller Körperlichkeit in die Darbietungen, begleitet von der kraftvollen Stimme der Komponistin Ebony Bones.
Ronke Adekoluejo in Hole am Royal Court. Foto: The Other Richard
Das ist ein beeindruckendes Debüt von Kendrick – einer Schauspielerin, deren Vita auch Martin Crimps konventionssprengendes Stück In the Republic of Happiness umfasst, ebenfalls am Royal Court. Hole entzieht sich konventionellen Formen und einfachen Zuschreibungen: ein mutiger, provokanter Aufschrei, der im Zeitalter von #MeToo und der Debatten um männliche Macht hochaktuell ist.
Läuft bis 12. Januar 2019
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