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KRITIK: Making A Murderer Das Musical, Underbelly, Edinburgh Fringe ✭✭✭
Veröffentlicht am
15. August 2022
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht „Making A Murderer The Musical“, das derzeit im Underbelly im Rahmen des Edinburgh Fringe zu sehen ist.
Foto: Michaela Bodlovic Making a Murderer The Musical.
Underbelly – Edinburgh Fringe
3 Sterne
Noch vor „Tiger King“ während des ersten Lockdowns war „Making A Murderer“ DIE Netflix-Doku. Ein Justizirrtum im Fall Stephen Avery, der 17 Jahre im Gefängnis sass, bevor seine Unschuld bewiesen wurde – nur um dann erneut des Mordes beschuldigt und zusammen mit seinem Neffen Brandon inhaftiert zu werden. Die Fakten scheinen darauf hinzudeuten, dass die Polizei Beweise manipulierte, um zu verhindern, dass Avery sie verklagt, und über ihre Unschuld wird bis heute diskutiert, während die Mühlen der Justiz quälend langsam mahlen. Dieses neue Musical, geschaffen von Phil Healey, ruft uns den Fall in Erinnerung.
Das ist ein erfreulich ambitioniertes Projekt mit einigen gelungenen Sequenzen. Allerdings – vielleicht auch wegen der Einschränkung auf eine Laufzeit von nur einer Stunde – werden die Ereignisse im Eiltempo erzählt, und die Show stützt sich stark auf Untertitel und erklärende Passagen, um durch die Geschichte zu kommen. In die Tiefe der Figuren dringen wir nie wirklich vor. Die Liedtexte sind zudem gelegentlich etwas kitschig, und es fehlt an Wut und Zorn; der Abend könnte insgesamt gut damit fahren, den Angst- und Anspannungspegel anzuheben.
Dennoch gibt es einige starke Songs, und das Ensemble ist gut. Matt Bond ist als Avery besonders überzeugend, und Healey selbst hat als Anwalt Ken Kratz eine gelungene „Razzle Dazzle Them“-Nummer. Die Schlussnummer, in der Bilder von Menschen – überwiegend afroamerikanischen Männern – gezeigt werden, die trotz Unschuld eine Haftstrafe verbüssten, macht deutlich, dass die Produktion das Herz am rechten Fleck hat, und dem Stück wohnt eine grosse Aufrichtigkeit inne.
14. Aug., 16.–29.
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