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REZENSION: Sitting, Gilded Balloon Teviot, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
10. August 2018
Von
markludmon
Mark Ludmon rezensiert Katherine Parkinsons Debütstück Sitting im Gilded Balloon Teviot beim Edinburgh Fringe
Die Besetzung von Sitting. Foto: Robbie Jack Sitting Gilded Balloon Teviot, Edinburgh Fringe
Vier Sterne
Jetzt buchen Katherine Parkinson ist eine vielbeschäftigte Frau. Derzeit steht sie in Home, I’m Darling am Londoner National Theatre auf der Bühne, und auch auf dem Bildschirm war sie in diesem Jahr kaum wegzudenken – von Humans und der neuen Comedyserie Hang Ups bis hin zu The Guernsey Literary and Potato Peel Society. Irgendwie hat sie es ausserdem geschafft, im Rahmen einer Initiative von BBC Arts und der Produktionsfirma Avalon, die Kreative ermutigen soll, ihre Komfortzone zu verlassen und ein Debüt zu schreiben, noch Zeit gefunden, ein Stück zu verfassen. Das Ergebnis ist Sitting: eine fein gearbeitete Geschichte, durchzogen von Traurigkeit, aber ausbalanciert durch wunderbar komisches Schreiben.
Das Porträtsitzen übernehmen drei verschiedene Personen – im selben Atelier, vor derselben unsichtbaren Künstlerin beziehungsweise demselben unsichtbaren Künstler. Obwohl sie sich die Bühne teilen, trennt sie die Zeit: fast zwei Jahrzehnte. Die sich überlagernden Monologe sind für sich genommen ein Vergnügen: Sie offenbaren das Leben und die Sorgen der Figuren und erkunden die Erfahrung, gemalt zu werden – „die Verbindung zwischen der betrachteten Person und der betrachtenden“ – doch schon bald zeigt sich, dass es womöglich noch weitere verborgene Verbindungen gibt.
Die Inszenierung profitiert von einer berührenden, herzzerreissenden Leistung von Hayley Jayne Standing als Mary, einer alleinerziehenden Mutter mit komplizierten Beziehungen, aber einer enormen Fähigkeit zu lieben. James Alexandrou ist als Luke sehr komisch: ein junger Mann, der sich auf die Geburt seines ersten Kindes freut, aber vor der Vaterschaft auch Angst hat. Das Trio komplettiert Grace Hogg-Robinson als Cassandra, eine junge Schauspielerin mit grossen Ambitionen – voller Hoffnung auf die Zukunft, jedoch mit einem eigenen Gefühl von Verlust im Gepäck.
Regisseurin Sarah Bedi führt die ineinander verwobenen Monologe mit Geschick, sodass der Witz der Texte glänzen kann. Für mich war die einzige Enttäuschung, dass ich einige der leiser gesprochenen Zeilen von Hogg-Robinson nicht hören konnte, weil ich ziemlich weit hinten im schmalen, steil ansteigenden Dining-Room-Spielraum im Gilded Balloon Teviot sass – eine der Tücken des Fringe, wenn man nach einer überzogenen vorherigen Vorstellung noch in eine beliebte Show hineinrutscht. Davon abgesehen ist Sitting ein beeindruckendes Debüt einer Schauspielerin, die nach Jahren, in denen sie die Worte anderer gesprochen hat, offensichtlich ein sehr gutes Ohr für Comedy entwickelt hat.
Läuft bis zum 26. August 2018
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