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REZENSION: Sunset Boulevard - UK-Tour, New Victoria Theatre Woking ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

douglasmayo

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Douglas Mayo bespricht Andrew Lloyd Webbers Sunset Boulevard mit Ria Jones im Rahmen der UK-Tour und zeigt sich von der Qualität dieser Tourneeproduktion beeindruckt.

Ria Jones in Sunset Boulevard

New Victoria Theatre (Woking)

UK-Tour

22. Januar 2018

5 Sterne

Spielplan der UK-Tour Gestern Abend war ich zum ersten Mal in diesem Jahr in Woking, um die aktuelle UK-Tour von Andrew Lloyd Webbers Sunset Boulevard zu sehen – und eines ist sicher: Diese Produktion setzt die Messlatte in Sachen Produktionsqualität verdammt hoch. Das wird 2018 nur schwer zu übertreffen sein – und wir haben erst Januar!

Basierend auf Billy Wilders ikonischem Film gleichen Namens, verfügt Lloyd Webbers Sunset Boulevard über Buch und Liedtexte aus der Feder der nicht hoch genug zu schätzenden Don Black und Christopher Hampton. Diesmal liegt die Regie bei Nikolai Foster; die Produktion entstand ursprünglich am Leicester Curve. Fosters Konzept – mit Bühnenbild und Kostümen von Colin Richmond sowie Videodesign von Douglas O'Connell – lässt Norma Desmond und Co. dieses hochmelodramatische Geschehen auf einer Hollywood-Tonbühne durchspielen: fast so, als würde man einem Musical beim Drehen zusehen, während die Handlung vor unseren Augen entsteht. Die Inszenierung verleiht dem Abend eine stark filmische Qualität: Szenen fließen ineinander über, Orte wechseln, Hauptfiguren werden mühelos hoch auf Plattformen transportiert, die sanft von einer Bühnenseite zu ihren Auftrittspositionen gleiten. Und der Einsatz von historischem Film- und Locations-Material hilft enorm, Atmosphäre und einen Lebensraum zu schaffen, den diese Norma glaubhaft bewohnt.

Ria Jones als Norma Desmond und das Ensemble von Sunset Boulevard

Als Norma Desmond ist Ria Jones schlichtweg überragend! Gesanglich ist sie pure Perfektion – doch wie bei vielem an dieser Produktion sind es die Manierismen, die einem bis ins Innerste einen Schauer über den Rücken jagen, wenn sie ihre Falle für Joe Gillis auslegt: räuberisch, beobachtend, wartend, bereit zum Sprung – den sie dann mit einer Präzision ausführt, wie eine Spinne, die darauf lauert, dass die Fliege in ihr Netz gerät. Eine bessere Darstellung muss man lange suchen.

Dougie Carter springt in Woking für Danny Mack ein und übernimmt die Rolle des Joe Gillis. Tonal sitzt alles, und auch schauspielerisch bringt er einiges mit – dennoch fehlen ihm gefühlt gut zehn Jahre, um diese Figur in ihrem vollen Potenzial auszufüllen. Sein junges, burschikoses Aussehen und sein Charme verleihen der Unheimlichkeit von Normas Schwärmerei eine ganz neue Dimension – was, in einer Zeit, in der Hollywoods moralische Maßstäbe verstärkt hinterfragt werden, im Publikum gestern Abend durchaus einige hochgezogene Augenbrauen auslöste.

Ria Jones als Norma Desmond in Sunset Boulevard

Eine der beeindruckendsten Leistungen – und für mich ganz sicher die interessanteste – ist Adam Pearce als Max. Wie bei der sprichwörtlichen Zwiebel war es spannend zuzusehen, wie sich Schicht um Schicht dieser Figur offenbart. Es ist eine wunderbare Darstellung, und trotz seiner unglaublichen stimmlichen Beweglichkeit waren es bei mir vor allem die kleineren Momente, die die größte Wirkung entfaltet haben. Achten Sie auf den zarten, aber beruhigenden Augenblick mit Norma, wenn sie sich beim Ansehen eines alten Films an den Armen festhalten, sowie auf den großartigen Moment, wenn Cecil B. DeMille und Max einander gegenüberstehen: Dieser flüchtige Sekundenbruchteil gegenseitigen Respekts ist bemerkenswert – und genau solche Details sorgen dafür, dass diese Produktion Musicalfans nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Das Ensemble arbeitet den ganzen Abend über hart – und es spricht für sie (und für Tom Marshalls Sounddesign), dass in jeder Studio- und Drugstore-Szene jedes Wort glasklar verständlich ist.

Was diese Produktion wirklich ausmacht, ist das phänomenale 16-köpfige Show-Orchester unter der Leitung von Adrian Kirk. Was für eine Freude, David Cullens und Andrew Lloyd Webbers düstere, brodelnde Partitur in ihrer ganzen Pracht zu hören! Diese begabte Truppe kommt die ganze Nacht nicht zur Ruhe – denn ähnlich wie im Film ist diese Produktion durchgehend unterlegt, was dem Geschehen eine zusätzliche emotionale Komplexität verleiht, vollkommen synchron zu dem, was auf der Bühne passiert. Und was für ein Genuss, echte Streicher im Musicalgraben zu hören!

Wenn dieses Sunset in ein Theater in Ihrer Nähe kommt, sollten Sie es unbedingt mitnehmen. Eine erstklassige Produktion, die wirklich ausverkaufte Häuser verdient.

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