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KRITIK: TEN, Sherman Theatre Cardiff Online ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert TEN, eine Reihe von zehn Kurzstücken walisischer Dramatiker*innen, die jetzt über das Sherman Theatre in Cardiff gestreamt werden.

Wie läuft dein Online-Theatererlebnis bislang? Findest du, dass verschiedene Bildschirme besser zu unterschiedlichen Genres passen?  National Theatre at Home muss man meiner Meinung nach auf dem Fernseher schauen – diese Inszenierungen sind zu groß und episch, um sie auf einem kleineren Bildschirm richtig zu genießen. Der Laptop hat die perfekte Größe für Arbeiten, die nicht von den technischen Vorzügen einer Kinoübertragung profitiert haben, aber bei Monologen merke ich, dass mein Handy das ideale Gerät ist. Das Sherman Theatre in Cardiff macht mit TEN einen richtig starken Job: inspiriert von Papatangos Isolated but Open programme – zehn Stücke von walisischen Talenten, perfekt für die Teepause. Die Bandbreite ist bisher außergewöhnlich, jedes Stück hat ein ganz eigenes Gefühl. Besonders herausragend waren für mich Gary Owens Mum und Dad. Dad ist zwar kurz, aber ein eindringlicher Monolog, gespielt von Michael Sheen – doch Mum hat mich wirklich gepackt. Lynn Hunter liefert eine außergewöhnliche Leistung und deutet dabei ganz fein an, wie prägende Momente unserer Kindheit uns zeichnen und uns für immer begleiten. Es fühlte sich an, als hätte sie mir per FaceTime ihr Geständnis über ihren grausamen Vater anvertraut. Die walisische Sprache wird in Alun Saunders’ exquisitem Zip gefeiert, mit melancholischer Energie gespielt von Gillian Elisa. An der Oberfläche passiert nicht viel – einfach ein weiterer öder Tag im Lockdown. Doch Traurigkeit, von Bitterkeit durchzogen, verleiht Text und Spiel zusätzliche Schärfe, weil wir alle die Welt vermissen, die wir einmal kannten. (Das Stück ist untertitelt, also lass dich davon nicht abschrecken.) Eine ganz eigene walisische Stoik zieht sich durch alle Beiträge und leuchtet besonders in (Single) Motherhood von Alexandria Riley auf, gespielt von Mali Ann Rees – dieses Gefühl, dass man einfach weitermachen muss, egal wie hart es ist: Man tut, was nötig ist. Das Projekt läuft noch, aber die Stücke bleiben nicht ewig online – also rüber zur Sherman-Website, eine Tasse Tee aufsetzen und eine Geschichte auswählen, die dir – ganz persönlich – erzählt wird. Wenn du dem Theater eine Spende zukommen lassen kannst: umso besser.

 

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