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KRITIK: Unfamiliar At Home, Online-Streaming ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Victor Esses und Yorgos Petrou in Unfamiliar At Home – online im Stream verfügbar bis 25. November.

Victor Esses und Yorgos Petrou Unfamiliar at Home. Streaming bis 25. November

4 Sterne

Online ansehen

2020 war für das Live-Theater enorm frustrierend und deprimierend, hat aber auch große Einfallsreich­tum und überraschende Arbeiten hervorgebracht – und damit ein breiteres Publikum erreicht. Ein solcher Fall ist Unfamiliar at Home, geschrieben und live über Zoom gespielt von Victor Esses und Yorgos Petrou und aus ihrem Zuhause gestreamt. Nachdem die beiden erst kürzlich einige große Pläne geschmiedet hatten, zeichnet das Stück ihre Gespräche und die Entwicklung dieser Arbeit nach (ursprünglich Unfamiliar betitelt und mit einigen Aufführungen im vergangenen Jahr) – sowie ihre Entscheidung, ein Baby zu bekommen. Durch den Stream aus der eigenen Wohnung verleihen die häuslichen Details dem Stück eine rohe Sensibilität: Ihre Offenheit und die Gespräche über große Themen verbinden sich mit den Kleinigkeiten des Alltags und des Zusammenlebens.

Die Kameras zeigen den Boden des Wohnzimmers und den Wohnbereich, die Küche sowie eine Handy-Kamera; der Fokus wechselt zwischen den verschiedenen Perspektiven. Ausgehend von „Weißt du noch …“ erfahren wir, wie unzuverlässig Erinnerung sein kann, während sie erzählen, wie sie sich kennengelernt haben, und die wichtigen Meilensteine ihrer Beziehung skizzieren. Die Fläche am Boden ermöglicht zugleich Nähe und Abstand, während sie sich durch Herausforderungen arbeiten, und es werden Aufnahmen von befreundeten Eltern eingespielt. Interessant ist, dass im Verlauf des Stücks sowohl internalisierte Homophobie als auch die Homophobie bestimmter Leihmutterschafts-Agenturen und Leihmütter offengelegt werden – und diese politischen Fragen werden tatsächlich persönlich, wenn wir Victor und Yorgos dabei zusehen, wie sie hinterfragen, ob sie das Richtige tun.

Ich finde, hier gibt es im klassischen Sinn nur wenig „Spiel“, denn beide Männer sind einfach sie selbst – und der beichtartige Charakter ihres Zuhauses macht alles umso realer; für ihre Offenheit gebührt ihnen großer Applaus. Wie in Esses’ früherem Stück Where to Belong ist auch dies von sanfter Hand gespielt, und ich fragte mich, ob gelegentlich etwas Wut die ruhige Struktur der Aufführung durchbrechen würde. Yorgus wickelt sich irgendwann in Mikrofonkabel und den Teppich ein – ein seltener Blick auf die Frustration, die sie empfinden, und darauf, wie wir unsere Emotionen auch mal im Nebenzimmer ausagieren, um dem Partner den Anblick zu ersparen. Meist bleibt das Stück auf einer Ebene, ohne störende Übergänge zwischen den Szenen. Doch gerade diese Sanftheit ist seine Stärke, denn es geht um Liebe und Familie – und das Ende, wenn sie fast direkt zu uns sprechen, ist in seiner Ehrlichkeit wunderschön. Es bringt uns auf den neuesten Stand, wo sie auf ihrem Weg zur Leihmutterschaft stehen.  Und, was es wert ist: Ich glaube, sie werden großartige Eltern sein.

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