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KRITIK: Avenue Q, New Wimbledon Theatre, UK-Tour ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

douglasmayo

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Douglas Mayo bespricht die UK-Tournee 2019 von Avenue Q im New Wimbledon Theatre.

Das Ensemble der Avenue Q UK Tour 2019 Avenue Q New Wimbledon Theatre

UK-Tournee

5 Sterne

Tourplan Ein Besuch bei Avenue Q ist NIE genug! Ich spreche da aus Erfahrung, denn dieser Besuch war inzwischen mein sechzigirgendwasster in dieser wunderbaren Nachbarschaft – und es nutzt sich einfach nicht ab. Tatsächlich kann ich mit gutem Gewissen sagen: Avenue Q ist mein Wohlfühlort. Ihr wisst schon – der Ort, an dem man dem Alltag entkommt, lächelt, lacht, noch mehr lacht und unterwegs ganz nebenbei ein paar Lektionen fürs Leben mitnimmt. Aus den Köpfen von Jeff Marx, Robert Lopez und Jeff Whitty stammt dieser großartige Blick auf das Leben nach der Sesamstraße. Frech, keck, derb, respektlos, herzerwärmend – und am Ende vor allem sehr, sehr lustig. Diese besonderen Lebenslektionen – ungeschönt und doch von der Sesamstraße inspiriert – sind ein großer Teil des ganz eigenen Charmes von Avenue Q. In einer Reihe von Songs lernt das Publikum unter anderem: Everyone's A Little Bit Racist, The Internet Is For Porn, If You Were Gay… und You Can Be As Loud As The Hell You Want When You're Making Love.

Cecily Redman (Kate Monster)

Regisseurin/Choreografin Cressida Carre versteht die Q-Mentalität wirklich – und weiß, dass unter all dem Klamauk echtes Herz und echte Wahrhaftigkeit stecken. In vielen Bewohnern der Avenue Q kann man ein kleines Stück von sich selbst entdecken; man muss nur genau hinschauen. Carre hält Tempo und Fluss der Show straff – lacht man zu lange, verpasst man wahrscheinlich etwas.

Die Bewohner der Avenue Q bestehen aus drei Menschen und einer Reihe von Puppen, die von vier Puppenspieler*innen zum Leben erweckt werden. Nichts wird verborgen. Das Publikum sieht ganz genau, wie die Magie entsteht – und das Schöne an Avenue Q ist, dass man die Spielenden sehr schnell vergisst und sich völlig auf die Figuren an ihren Armen konzentriert. Das ist ein großes Kompliment an Nigel Plaskit und an das Können dieser Besetzung.

Tom Steedon (Nicky) und Lawrence Smith (Rod) in Avenue Q Lawrence Smith ist hervorragend als Princeton und Rod. Es braucht schon ein besonderes Talent, eine so verkrampfte Figur wie Rod überzeugend zu spielen – doch Smith gelingt das mit scheinbarer Leichtigkeit. Außerdem hatte ich großen Spaß an dem Kontrast zwischen Cecily Redmans sympathischer „Girl-next-door“-Interpretation von Kate Monster und der Dreistigkeit von Lucy The Slut. There's A Fine, Fine Line klang selten so gut; und wie selbstverständlich sie auf der Bühne zwischen den Figuren wechselt, ist so natürlich, dass man fast hofft, sie müsse am Ende der Tour nicht direkt zur Psychiaterpraxis. Die schelmischen Bad Idea Bears sind dank Tom Steedon und Megan Armstrong zurück und bleiben ein Publikumsliebling. Wenn Steedon und Armstrong sich jedoch zusammentun, um Trekkie Monster  und Nicky zum Leben zu erwecken, bekommt man einen echten Eindruck von der Magie von Avenue Q. Die Kunstfertigkeit der beiden ist schlicht bezaubernd – und wird durch Steedons makelloses komisches Timing noch besonderer. Manchmal muss man für einen Lacher nur warten können – und Steedon versteht das.

Tom Steedon und Megan Armstrong (Trekkie Monster)

Was die menschlichen Bewohner der Avenue Q angeht: Nicholas McLean ist einer der besten Gary Colemans, die ich je gesehen habe. Saori Oda und Oliver Stanley sind als Christmas Eve und Brian ein herrliches Doppel – schrullig, liebevoll und glaubwürdig; man kann sie einfach nur ins Herz schließen.

Natürlich gibt es hinter den Kulissen auch ein paar „Helfer*innen“ – und Jasmine Beel, Elis Dackombe, Chloe Gentles und Robbie Noonan sorgen dafür, dass die diversen Eskapaden auf der Avenue reibungslos über die Bühne gehen.

Nicholas McLean (Gary), Megan Armstrong und Tom Steedon (Nicky)

Diesmal war es besonders schön, Dean McDermott und seine kleine, aber unverzichtbare Band im Orchestergraben zu sehen. Eine Show wie diese in einem so großen Haus wie dem New Wimbledon zum Klingen zu bringen, verlangt enormes Können – nicht nur von den Darsteller*innen. Und mit Christopher Boggs’ Sounddesign hat diese Band einen großen, satten, reichen Klang.

Es freut mich sehr zu sehen, dass Avenue Q noch immer so frisch und lebendig ist wie bei meinem ersten Besuch – und dass noch immer so viele Menschen im Publikum zum ersten Mal diese Avenue betreten. Wie gesagt: Die Show nutzt sich nie ab; man kann sich immer sicher sein, mit einem Lächeln und lachend hinauszugehen – und das ist in der derzeitigen Lage ein unbezahlbarer Stimmungsaufheller.

Meine Rippen tun vom vielen Lachen immer noch weh!

AVENUE Q UK-TOURNEE-INFOS

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