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REZENSION: Ein beherztes Leben, theSpace on North Bridge, Edinburgh Fringe ✭✭
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Von
markludmon
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Mark Ludmon rezensiert A Gallant Life im theSpace on North Bridge, gezeigt im Rahmen des Edinburgh Fringe
A Gallant Life theSpace on North Bridge, Edinburgh Fringe
Zwei Sterne
Muriel Thompson ist vielleicht kein Name, den jeder kennt – doch sie war eine außergewöhnliche Frau. 1875 geboren, war sie eine erfolgreiche Rennfahrerin und gewann auf der Rennstrecke von Brooklands das allererste Rennen für Frauen. Außerdem engagierte sie sich in der Bewegung für das Frauenwahlrecht. Am bekanntesten ist sie wohl dafür, dass sie für ihren mutigen Einsatz ausgezeichnet wurde: Im Ersten Weltkrieg fuhr sie in Frankreich und Belgien Ambulanzwagen für das First Aid Nursing Yeomanry Corps, kurz FANY.
Die Idee eines Musicals über ihr Leben klang nach einem spannenden Ansatz (weshalb wir es in unsere Vorschau auf neues Musicaltheater beim Fringe aufgenommen haben) – doch so sehr mich auch das Engagement und die Erzählkunst des Ensembles beeindruckten, ist das Ergebnis leider unausgewogen und es fehlt an Feinschliff. Originalsongs wie das Suffragetten-Stück „Smashing the Patriarchy“ und das freche „There Is Nothing Like an Australian“ haben eine Modernität, die sich mit dem Schauplatz und den Figuren des frühen 20. Jahrhunderts beißt – vor allem, wenn sie neben Melodien stehen, die deutlich besser zur Epoche passen. Mit Musik am Klavier und an der Gitarre fügen sich die Adaption des Rekrutierungslieds von 1914 „We Don’t Want To Lose You“ sowie das düster-satirische, an den Ersten Weltkrieg angelehnte „Going Back To Blighty“ wesentlich stimmiger in den Kontext der Produktion ein. Außerdem würde ich mir wünschen, mehr von Muriel zu sehen – sie wirkt seltsam abwesend, während in den früheren Teilen des Stücks zunächst der historische Rahmen abgesteckt wird.
Mit ihren präzisen, zurückgenommenen Sprechweisen und den Kostümen der Zeit bietet das vierköpfige Ensemble einige wunderbare Leistungen – darunter Hannah Forsyth als Muriel und Jessy Roberts als Enid. Auch wenn die Gesamtwirkung der Show schwankt, ist es dennoch großartig, dass Autorin und Regisseurin Kate Stephenson diesem bemerkenswerten, aber wenig bekannten Leben einen Scheinwerfer richtet. Ich freue mich darauf, dass Not Cricket Productions das Stück weiterentwickelt, um Muriels Geschichte noch vertiefter zu erkunden.
Läuft bis 18. August 2018
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