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REZENSION: Hear Me Now, Oberon Books ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Hear Me Now – Audition-Monologe für Schauspieler*innen of Colour, erschienen bei Oberon Books.

Hear Me Now. Audition-Monologe für Schauspieler*innen of Colour.

Titilola Dawudu in Partnerschaft mit der Tamasha Theatre Company.

Verlag: Oberon Books.

4 Sterne

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Pünktlich und relevant: Diese Monologsammlung wurde gemeinsam mit Schauspieler*innen of Colour entwickelt, in Zusammenarbeit mit Autor*innen of Colour. Titilola Dawudu, die über Jahre hinweg schwarze, überwiegend weibliche Theaterschaffende mentoriert hat, war sich schmerzlich bewusst, dass es nur wenige zeitgenössische Monologe für Schauspieler*innen of Colour gab. In Zusammenarbeit mit Tamasha entstand eine Reihe von Workshops, aus denen schließlich diese hier versammelte Sammlung hervorging. Noch bevor es zu den Monologen selbst geht, gibt es einen ausgezeichneten „Hear Me Now“-Sessionplan, mit dem Schauspieler*innen und Autor*innen eigene Workshops durchführen können – inklusive einer detaillierten Vorlage für einen Figurenbogen, der die Hintergrundgeschichte einer Figur ausarbeitet, die im Vorsprechen womöglich nur drei Minuten hat, um eine Jury zu überzeugen.

Das Ergebnis ist eine lebendige, breit gefächerte Sammlung von Monologen für BAME-Schauspieler*innen – Texte, die die Anliegen und Haltungen unserer Gegenwart spiegeln und sich mit communitybezogenen wie gesellschaftlichen Erwartungen und Druck auseinandersetzen. Acting Up ist ein wunderschöner Monolog über den Einfluss, den eine Lehrkraft auf einen Jungen hat, der die Schauspielerei liebt; passend dazu steht Kick Off/Bake Off, das den Konflikt eines jungen Mannes auslotet, der Fußball und Backen gleichermaßen liebt. Choices begleitet einen jungen Mann, der bei der Familie seines Freundes Trost sucht, nachdem seine Mutter seine Sexualität nicht akzeptieren will. Dateception zeigt einen Imam bei einem Speed-Dating, der offenbart, dass er es liebt, Frauenkleidung zu tragen. Free handelt von einer Mutter, die ihrem Sohn erzählt, dass sie sich endlich frei fühlt, als sie sich in eine andere Frau verliebt – ein Echo findet das in Rekha, in dem eine Frau einem Vater sagt, sie habe sich in dessen Tochter verliebt. Gold Dust erzählt von einem Amateurboxer, der entdeckt, dass sein Trainer schwul ist, und davon, ob er dies ihre Beziehung zerstören lässt. Maya ist ein kurzer, wunderschöner Monolog, in dem eine Mutter eine Nachricht auf ihrem Handy für den Sohn aufnimmt, den sie weggegeben hat.  In The Race erleben wir, wie der erste schwarze Astronaut kurz davor steht, den Mond zu betreten. Laddie lässt einen indischen Soldaten, seit Langem tot, von seiner Zeit im Ersten Weltkrieg berichten – basierend auf einer realen historischen Figur. The Thin Red Line ist eine kraftvolle Rede, in der ein Polizeibeamter von Schuldgefühlen geplagt wird wegen des Umgangs mit behinderten Demonstrierenden. Und Tits handelt von einer jungen Fußballspielerin, die ihrem Vater sagen will, dass sie kein Mädchen mehr sein möchte.

Was aus dieser Sammlung besonders herausleuchtet, ist die Selbstbestimmung: Die Texte sind aus einem Gefühl der Dringlichkeit heraus entstanden, um ethnische Stereotype aufzubrechen und die Gesellschaft abzubilden, in der wir heute leben. Wenn ich eine vorsichtige Anmerkung machen darf: Prozentual gibt es nicht viele Texte für ältere Schauspieler*innen – und Ageismus ist eine weitere Hürde, die es zu überwinden gilt! Ich kann nur einen Bruchteil der Monologe herausgreifen; ich habe noch viele weitere sehr genossen, und auch als reine Lektüre ist es eine hervorragende Sammlung zum Schmökern. Für Schauspieler*innen of Colour, Casting Directors, Regisseur*innen sowie Bibliotheken an Universitäten und Schauspielschulen ist dies jedoch eine unverzichtbare Sammlung, die – je besser Diversität auf unseren Bühnen wird – als grundlegendes Fundament für den weiteren Aufbau dieser Vielfalt gelten wird.

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