NACHRICHTEN
REZENSION: Es ist leicht tot zu sein, Trafalgar Studios 2 ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
16. November 2016
Von
douglasmayo
Share
It Is Easy To Be Dead
Trafalgar Studios 2
11. November 2017
5 Sterne
It is Easy To Be Dead erzählt die Geschichte von Charles Hamilton Sorley, einem jungen Schotten, der posthum durch seine Gedichte und Briefe bekannt wurde – verfasst in den wenigen Jahren vor dem Ersten Weltkrieg und bis zu seinem Tod im Jahr 1915 im Alter von 20 Jahren.
Das Stück integriert Musik aus unterschiedlichsten Quellen, dargeboten vom talentierten Tenor Hugh Benson, am Klavier begleitet von Elizabeth Rossiter. Die dramatische Kraft entsteht aus Sorleys eigenen Worten – und aus der Perspektive seiner Eltern zu Hause.
Alexander Knox spielt Sorley in einer eindrucksvollen Darstellung, die diese Produktion maßgeblich zusammenhält. Lebendig, beweglich, emotional, echt: Knox nimmt Sorleys Texte und erweckt sie mit erstaunlichem Eifer wundersam zum Leben. Es ist eine überwältigende Leistung voller Humor, Pathos und Wahrhaftigkeit – umso eindringlicher, wenn man sich Sorleys Alter beim Schreiben vor Augen führt.
Als Sorleys Eltern sind Tom Marshall und Jenny Lee alles, was man sich wünschen kann. Stolz, umsichtig, berührend – sie spielen diese Rollen wahrhaftig und machen den Verlust ihres Sohnes umso bewegender.
Durch den klugen Einsatz von Videoprojektionen wird die schiere Enormität des Konflikts sowie der erschütternde, gewaltige Verlust junger Männer spürbar. Rob Mills (Licht- und Videodesign) und Nathan Hamilton (Sounddesign) übertönen Sorleys Worte nie, sondern unterstreichen sie in feinen Nuancen und machen sie noch kraftvoller. Phil Lindleys schlichtes, aber wirkungsvolles Bühnenbild gibt dem Ensemble eine Leinwand, auf der es die Größe des Konflikts und Sorleys Welt eindrucksvoll zum Leben erwecken kann.
Neil McPhersons Stück ist knapp, doch in den Händen von Regisseur Max Key wird es zu einem Wirbelsturm, der mich am Ende des zweiten Akts zu Tränen rührte und tief bewegt zurückließ.
Am frühen Abend des Remembrance Day auf Whitehall hinauszutreten und Veteranen mit ihren Medaillen zu sehen, wie sie in Richtung Trafalgar Square gehen, war ein letzter, verheerender Schlag – Sorley blieb mir dadurch das ganze Wochenende über im Kopf. Ich muss gestehen, dass ich am Wochenende Zeit damit verbracht habe, mehr von Sorleys Arbeiten zu finden, um sie zu lesen.
Sorley folgte, so scheint es, nicht unbedingt der Parteilinie; er war ein unabhängiger Denker und ein brillanter Beobachter. Sein Verlust mit 20 lässt einen darüber nachdenken, was uns durch sein frühes Ausscheiden aus dieser Welt entgangen ist.
TICKETS FÜR IT’S EASY TO BE DEAD BUCHEN
Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach
Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.
Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie