NACHRICHTEN
KRITIK: Scorched, Zoo Southside, Edinburgh Festival ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
markludmon
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Robin Berry Scorched
Zoo Southside
Vier Sterne
Sand durchzieht in Scorched buchstäblich alles – einem Stück von Lisle Turner, das auf Gesprächen mit seinem Grossvater basiert. Während es die traumatischen Erinnerungen eines älteren Mannes an den Wüstenkrieg heraufbeschwört, bedeckt der Sand den Boden, er rieselt von der Decke, er dringt in alles ein. Und wie Sand, der im Wind verweht, präsentiert das Stück bruchstückhafte Episoden aus der Vergangenheit des ehemaligen Soldaten – verheddert und verwirrt durch die Verzerrung der Demenz.
In einem Pflegeheim auf einem Stuhl sitzend, führt uns Jack in seinen verworrenen Geist – mit Momenten aus der Belagerung von Tobruk 1941 ebenso wie aus seinem schillernden Leben als Boxer, Pferdehüter und Flussaufseher. In seiner expressionistischen Anlage fehlt dem Abend ein straffer erzählerischer Sog, und stellenweise nimmt er Tempo heraus; zusammengehalten wird er jedoch von der bewegenden, souveränen Darstellung Robin Berrys als Veteran Jack. Was die Produktion zusätzlich heraushebt, ist die Inszenierung mit ihrem erfinderischen Einsatz von Requisiten und visuellen Effekten – etwa ein Tattoo, das zum Leben erwacht, und eine aus Shortbread (schottischem Mürbegebäck) gebaute Stadt und, wieder, Sand. Unter der Regie von Claire Coaché ist Scorched ein kraftvolles Stück, das den Schrecken des Krieges und die Desorientierung der Demenz eindringlich einfängt.
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