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REZENSION: Wo ist Peter Hase?, Theatre Royal Haymarket ✭✭✭✭
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Von
douglasmayo
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Mark Ludmon bespricht die neueste Produktion von Where Is Peter Rabbit? im Theatre Royal Haymarket in London
Where Is Peter Rabbit? Theatre Royal Haymarket, London
Vier Sterne
Die Schulferien haben begonnen – also ist es wieder Zeit, dass Peter Rabbit auf eigene Faust verschwindet. Seit der Uraufführung vor drei Jahren im Old Laundry Theatre im Lake District ist das Familienmusical Where Is Peter Rabbit? zurück – mit seiner bezaubernden Neuerzählung einiger der bis heute heiß geliebten Geschichten von Beatrix Potter.
Ausgangspunkt ist, dass Potter ihr Manuskript zu The Tale of Peter Rabbit verloren hat – doch das steigert sich rasch, denn plötzlich gilt auch Peter selbst als vermisst. Von einem Verbrechen kann keine Rede sein – abgesehen von Jemima Puddle-Duck, die sich der Suche nach dem frechen Kaninchen anschließt. Unterwegs begegnet Potter vielen weiteren Figuren aus den Geschichten, die durch die Magie des Puppenspiels zum Leben erweckt werden. Das Bühnenbild von Roger Glossop, der die Show konzipiert hat, zusammen mit Tim Reids Videos und Caroline Bronwen Hughes’ Kostümen schöpft aus Potters wunderschönen Illustrationen und lässt die zeitlose Welt ihrer 24 Bücher wiederauferstehen.
Erzählt werden die Geschichten von einem fünfköpfigen Ensemble, angeführt von Joanna Brown als Potter, ergänzt durch aufgezeichnete Voiceovers von Griff Rhys Jones und Myleene Klass. Mein Höhepunkt war The Tale of Mr Jeremy Fisher, dessen Versuch, ein paar Elritzen zu fangen, in ein Drama biblischen Ausmaßes mündet. Dazu gibt es die herzerwärmende Geschichte der stachligen Wäscherin Mrs Tiggy-Winkle, dem Igel, die mit- und gegeneinander gerichtete Rivalität der „Frenemies“ Mr Tod, dem Fuchs, und Mr Brock, dem Dachs, sowie „Einfaltspinsel“ Jemima Puddle-Ducks Beinahe-Tod-Erlebnis durch Mr Tod.
Es gibt einige Anklänge an die Natur, rot an Zahn und Klaue – nicht zuletzt durch Peter Rabbits Erzfeind, den Bauern Mr McGregor, der verkündet, der beste Platz für ein Kaninchen sei in einer Pastete – jenes Schicksal, das auch Peters Vater ereilte. Doch der sonnendurchflutete Charme von Potters Welt lässt diesen dunkleren Faden – typisch für die besten Kindergeschichten – kaum hervortreten. Die Show kommt ohne Blitz und Krawall aus, ohne Wasserpistolen, dafür mit schlichtem, liebevoll erzähltem Theater eines wunderbaren Ensembles, zu dem auch Charlotte Harrington, Samuel Knight, Grace Osborn, Matthew Whitby sowie Swing-/Dance-Captain Laura Teahan gehören.
Es gibt eine Handvoll Songs, komponiert von Steven Edis mit Texten von Dramatiker Alan Ayckbourn, die meist wenig im Gedächtnis bleiben – abgesehen von einer gefährlich eingängigen Nummer, die ich am nächsten Tag noch vor mich hin summte. Unter der Regie und Choreografie von Sheila Carter hielt die Besetzung das junge Publikum die volle Stunde über in Bann. Empfohlen ab vier Jahren: Zu meiner Begleitung gehörte ein achtjähriges Mädchen, das längst nicht mehr zählen kann, wie oft sie den Peter-Rabbit-Film vom letzten Jahr gesehen hat. Sie war die ganze Vorstellung über gefesselt und sagte mir, es habe ihr sehr gefallen – Jemima Puddle-Duck sei ihr Lieblingscharakter gewesen. Sogar ihr elfjähriger Bruder, der den Peter-Rabbit-Film nie wieder sehen möchte, gab zu, dass es ihm ebenfalls gefallen hat. Und für jemanden mit etwas mehr Lebensjahren war es eine beglückende Erinnerung an Geschichten, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gelesen hatte.
Zu sehen bis 1. September 2019
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