NACHRICHTEN-TICKER
REZENSION: By The End Of Us, Southwark Playhouse ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
13. November 2015
Von
danielcolemancooke
The End of Us
Southwark Playhouse
7. November
4 Sterne
Als Kritikerin bin ich schon so mancher Kuriosität begegnet – aber ich war noch nie in einer Vorstellung, die wirklich jeden Abend eine andere Handlung hat.
Doch an By The End of Us von der Compagnie BlockStop ist ohnehin nichts konventionell. In dieser Geschichte folgen wir Mia Cupler (toller Name) – einer Auftragskillerin, die den Auftrag hat, eine Datenhackerin aufzuspüren und ihren teuflischen Plan zu stoppen. Ein Regierungsagent ist den beiden ebenfalls auf den Fersen – mit eigener Mission und eigener Agenda.
Der Clou: Das Ganze ist als Videospiel gerahmt, die Figuren tragen Headcams und werden durch Kommandos aus dem Publikum gesteuert. Mia wird von einer Person in einem separaten Raum kontrolliert (deren Anweisungen wir hören können); der Agent wird an entscheidenden Stellen per Abstimmung des Publikums über ein Tastenfeld gelenkt.
Das ist ein waghalsiges Konzept – und es hat erstaunlich gut funktioniert. Es sprengt einem den Kopf, wie viel Planung dahinterstecken muss; mehrere Live-Audio- und Videoverbindungen müssen gehalten werden, und zugleich ist alles vollständig veränderbar und unvorhersehbar. Es gab ein paar ausgesprochen geschickte Momente, in denen das Team das Geschehen unauffällig weiterführte, wenn das Publikum etwas ins Stocken geriet oder etwas wirklich Unlogisches vorschlug.
So distanziert und unpersönlich, wie es klingen mag, war es allerdings nicht – gerade durch einige erratische Entscheidungen aus dem Publikum entstanden wirklich komische Momente: eine Warnweste bei einer Undercover-Mission, ein Geheimagent, der über seinen eigenen Stolperdraht fällt, und ein Publikumsmitglied, das man davon abbringen musste, Mia unbewaffnet gegen eine Hackerin mit Waffe loszuschicken.
Melanie Grossenbacher war grossartig als Mia (auch wenn wir ihr Gesicht wegen der Headcam nie sahen) – sie hielt die gesamte Vorstellung auf sehr natürliche, nahtlose Weise in Bewegung. Dan Thompson war ebenfalls höchst amüsant als inkompetenter Geheimagent, vollkommen den Launen des Publikums ausgeliefert.
Der einzige Bereich mit Luft nach oben war die Publikumsinteraktion; es wäre schön gewesen, mehr über die Überlegungen hinter einigen Entscheidungen zu erfahren. Eine Frau in meiner Nähe wirkte sichtlich aufgebracht über die allgemeine Unbeholfenheit ihrer Mit-Zuschauerinnen und -Zuschauer; ich hätte zu gern gehört, was ihr in einem der ruhigeren Momente durch den Kopf ging.
Es kommt nicht oft vor, dass man etwas sieht, das sich wirklich anders anfühlt – modern und innovativ umgesetzt. The End of Us ist ein ungewöhnliches, aber sehr unterhaltsames Erlebnis, ganz egal, ob man begeisterte Gamerin bzw. begeisterter Gamer ist oder nicht.
Mehr Informationen über BlockStop finden Sie auf ihrer Website.
Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach
Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.
Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie