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REZENSION: Calendar Girls, Original London Cast-Aufnahme ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
douglasmayo
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Calendar Girls – Das Musical
Original-London-Cast-Recording
Decca Classics
5 Sterne
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Calendar Girls ist wirklich eine dieser wunderbaren Geschichten, die nur alle Jubeljahre daherkommen. Zuerst als großer britischer Kinofilm einem breiten Publikum vorgestellt, dann als Bühnenstück und nun als Musical – ich weiß, dass sich manche gefragt haben, ob es wirklich nötig sei, die Geschichte noch einmal als Musical zu erzählen. Die Antwort ist ganz einfach: JA!!!!
Vergangenes Jahr unter dem Titel The Girls im Londoner Phoenix Theatre auf die Bühne gebracht, wurde kürzlich angekündigt, dass das Musical auf große UK-Tour gehen wird – allerdings wieder unter dem Titel Calendar Girls. Zum Glück haben wir nun diese wunderbare Aufnahme der Original-London-Besetzung – und sie ist alles, was man sich nur wünschen kann. Beim Hören wird sofort klar: Tim Firth ist nicht nur einer unserer größten populären Dramatiker, sondern sehr wahrscheinlich auch ein Naturtalent, wenn es um Musical-Books geht. So viele Musicals scheitern, weil das Rückgrat – das Buch der Show – nicht stark genug ist; hier ist das definitiv nicht der Fall. Es ist großartig, ein Cast-Album zu hören, bei dem Musik und Darbietungen – und vor allem die Geschichte und ihre emotionale Wucht – so deutlich durchscheinen. Kombiniert mit Gary Barlows Pop-Gespür entsteht eine Partitur, die das Beste beider Talente vereint. Das macht mir nicht nur Lust, Calendar Girls bei der Rückkehr auf Tour erneut zu sehen, sondern lässt mich auch gespannt darauf warten, welche Musical-Schätze als Nächstes noch kommen könnten. Und natürlich: Wenn man eine Besetzung hat, angeführt von Claire Moore und Joanna Riding, weiß man, dass man in besten Händen ist. So nah, wie wir im britischen Musicaltheater an „Royalty“ herankommen – man muss nur Tracks wie Very Nearly Almost, Kilimanjaro und Sunflower hören, um zu begreifen, was echtes Musicaltheater-Können ist. Mal greifen sie mühelos an die Herzsaiten, mal zaubern sie ein Lächeln und lassen die Stimmung gleichzeitig in die Höhe schnellen – von diesen beiden heimischen Ausnahmetalenten wollen wir eindeutig mehr sehen. Ach ja, und Track 18!
Claire Machin, Sophie-Louise Dann, Joanna Riding, Claire Moore und Debbie Chazen in The Girls Wenn dann noch Claire Machin (Cora), Debbie Chazen (Ruth), Michele Dotrice (Jesse), Sophie-Louise Dann (Celia) und Soo Drouet (Brenda) dazukommen, wird Calendar Girls zu einem regelrechten Garten theatraler Köstlichkeiten. Hört euch Sophie-Louise Danns temperamentvolles So I've Had A Little Work Done oder Michele Dotrices mitreißendes What Age Expects an – dann merkt man: In Calendar Girls trifft hier großes Talent auf großartiges Material, und zwar in perfekter Konstellation. Es gibt herrliche Momente wie Crazy Paving, in denen man erkennt, dass die Leistungen von Joe Caffery (Rod) und James Gaddas (John) als zurückhaltendes Fundament für das sich entfaltende Drama dienen, während Ben Hunter (Danny) und Josh Benson (Tommo) einige großartige komische Momente bekommen. Barlow hat außerdem tolle Bonus-Tracks zu Yorkshire, Scarborough und Dare beigesteuert – letzterer hätte auch locker ein potenzieller Hit für Take That sein können.
Ich habe dieses Cast-Album in der kurzen Zeit, seit ich es habe – auch während ich diese Rezension geschrieben habe – wahrscheinlich schon zehnmal gehört, und ich frage mich, ob Calendar Girls bzw. The Girls (wie es damals hieß) nicht vielleicht länger gelaufen wäre, wenn das Album bereits im letzten Jahr erschienen wäre, als die Show noch lief. Ich habe die Aufführung sehr genossen – aber jetzt, wo ich mich mit dieser warmherzigen Partitur vertraut gemacht habe, hätte ich wohl gern noch einige weitere Besuche drangehängt: entspannter, mit mehr Raum, um die Show noch intensiver in mich aufzunehmen.
Seit Calendar Girls hat Tim Firth das dramaturgische Bindemittel für The Band (mit Musik von Take That) geliefert, und zuvor schrieb Barlow die Musik für das Broadway-Stück Finding Neverland – umso neugieriger bin ich, was die beiden als Nächstes auf die Beine stellen. Ihre gemeinsame Stärke – dramaturgisch packende und zugleich melodienstarke Musicals – verdient es, weiterentwickelt zu werden. Aus meiner Sicht ist mehr als genug Platz für weitere großartige Musicals, und Calendar Girls gehört definitiv dazu. Zum Glück fängt dieses Cast-Album die Magie dieser unglaublichen Geschichte perfekt ein.
CALENDAR GIRLS AUF TOUR DURCH GROSSBRITANNIEN SEHEN
https://www.youtube.com/watch?v=n68hXNDW7k0
https://youtu.be/-LofDQ5vFpc
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