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REZENSION: De Profundis, Assembly Rooms, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert Simon Callow in Frank McGuinness’ Bearbeitung von Oscar Wildes De Profundis in den Assembly Rooms beim Edinburgh Fringe

Simon Callow in De Profundis in den Assembly Rooms. De Profundis Assembly Rooms, Edinburgh Fringe

Vier Sterne

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Wer schon einmal eine toxische Beziehung erlebt hat, wird die Mischung aus Bitterkeit, Schmerz und Liebe wiedererkennen, die Oscar Wildes De Profundis durchzieht. Der Text entstand über drei Monate hinweg, während der Autor im Gefängnis von Reading Zwangsarbeit leisten musste – angeblich als langer Brief an seinen Geliebten Lord Alfred Douglas verfasst, da ihm alle anderen Formen des Schreibens untersagt waren. In seiner ganzen Sprachgewalt ersetzt er die komischen Pointen, die ihn berühmt gemacht hatten, durch den Aufschrei eines Mannes, der an Kummer und Verzweiflung zerbrochen ist.

Die volle Wucht des Textes wird in dieser schlicht inszenierten One-Man-Show, bearbeitet von Frank McGuinness, von Simon Callow eindrucksvoll zum Leben erweckt. Auf einem Stuhl unter einer Lampe sitzend, als wäre er in seiner dunklen Zelle, liefert er eine meisterhafte Darstellung, die zwischen Bitterkeit und Zorn, Flehen und Selbstanklage pendelt – und dabei zeigt, wie sehr Wilde trotz der Zerstörung seines Lebensstils und seines Rufs nach dem berüchtigten Gerichtsverfahren und der Verurteilung 1895 weiterhin verzweifelt in „Bosie“ verliebt war.

Wilde nimmt die Details der unglückseligen Beziehung auseinander, wetterte gegen Bosies Vernachlässigung und Gedankenlosigkeit und wirft seinem Geliebten vor, ihn von seiner Arbeit abzulenken – bisweilen so, dass man über seinen offenkundigen Mangel an Selbstwahrnehmung lachen muss. Doch trotz Wildes Selbsttäuschung und Kleinlichkeit sorgt Callows Spiel dafür, dass wir das Mitgefühl für diesen gebrochenen Mann nie verlieren, der wusste, dass er die enorme öffentliche Verehrung, die er in seiner Zeit als Dramatiker genossen hatte, niemals wieder erleben würde. Tief bewegend wird es, wenn er den Schmerz darüber ausdrückt, von seinen Kindern getrennt zu sein, und den Trost seiner echten, treuen Freunde vermisst.

Unter der Regie von Mark Rosenblatt gelingt Callow eine Unmittelbarkeit und Nähe zum Publikum – trotz der Größe des prächtigen 350 Plätze fassenden Music Hall in den Assembly Rooms. Man verlässt den Abend mit einem starken Gefühl für die Tragik eines Autors, der noch im Werden war, dessen Karriere durch die Haft mit nur 39 Jahren jäh beendet wurde – und der nur sechs Jahre später starb. Auch wenn wir wissen, dass Wilde nach seiner Entlassung erstaunlicherweise weiterhin versuchte, seine Beziehung zu Bosie zu retten, hinterlässt Callow das Bild eines Mannes, der nicht nur mit einer stürmischen Beziehung ringt, sondern mit dem Verlust all dessen, was ihm je etwas bedeutete.

Läuft bis 26. August 2018

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