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KRITIK: Galvanise, Vault Festival London ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon bespricht Helena Westermans Stück Galvanise, derzeit beim VAULT Festival in London zu sehen.

Galvanise

VAULT Festival, London

Drei Sterne

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Anacaona, Grace O’Malley und Lakshmibai von Jhansi mögen in den Geschichtsbüchern, die wir in der Schule lesen, kaum mehr als Fussnoten sein – doch im Leben der drei Teenagerinnen in Helena Westermans klugem neuen Stück Galvanise ragen sie gross heraus. Die besten Freundinnen Lakshana, Jess und Shanay sind im letzten Schuljahr und bereiten sich darauf vor, den Herausforderungen von Universität und nahendem Erwachsensein zu begegnen. Jede von ihnen hat Hürden zu nehmen: Lakshana steht unter enormem Druck, es nach Oxbridge zu schaffen; Jess fürchtet die unerwünschte Aufmerksamkeit des Freundes ihrer Mutter; und Shanay hat ihre ganz eigenen Dämonen zu bekämpfen. Während die Realität zuschlägt und Freundschaften auf die Probe gestellt werden, suchen sie Inspiration in Geschichten heroischer weiblicher Führungspersönlichkeiten aus der Vergangenheit.

Lakshana versucht, die Führungsqualitäten von Lakshmibai zu verkörpern – der Rani (also Königin) des nordindischen Staates Jhansi, die 1857 während des Indischen Aufstands in die Schlacht ritt und zu einem Symbol des Widerstands gegen den kolonialen britischen Raj wurde. Jess orientiert sich an der irischen Heldin Grace O’Malley aus dem 16. Jahrhundert, einer einflussreichen Landbesitzerin und Freibeuterin, die in ihrem Kampf gegen englisches Unrecht in der Heimat sogar eine Audienz bei Elizabeth I. erwirkte. Doch eine weitere Anführerin, Anacaona – eine Häuptlingsfrau des indigenen Taíno-Volkes in der Karibik, die 1503 von spanischen Invasoren getötet wurde – ist für Shanay eine ungleich unheimlichere Präsenz.

Berichte über diese historischen Figuren werden durch Diana Garcias eindrucksvolle Schwarz-Weiss-Animationen lebendig, die zusammen mit dem von Christina Orchard gestalteten Sound auf die Bühne projiziert werden. Die Vergangenheit droht die Gegenwart zu überrollen, während die Mädchen ihre Identitäten erkunden – und in der Gegenüberstellung tapferer Frauen der Geschichte mit der Moderne klingt Caryl Churchills Top Girls deutlich an. Doch die drei Teenagerinnen merken, dass diese Erzählungen kompromisslosen weiblichen Heldentums nur bis zu einem gewissen Punkt tragen: Sie erkennen, dass Stärke mehr bedeutet, als mit einem Baby auf dem Rücken in die Schlacht zu reiten – und dass sie ihre eigenen Wege finden müssen.

Rascal Theatres Produktion bietet drei fesselnde Darstellungen von Angelina Chudi, Raagni Sharma und Westerman selbst, die zugleich Co-Künstlerische Leiterin der Compagnie ist. Unter der Regie der ebenfalls Künstlerischen Leiterin Caroline Simonsen findet die Inszenierung mit frischem, natürlich klingendem Dialog sowohl Humor als auch Teenager-Angst. Vor allem aber ist Galvanise ein berührendes Drama über das Auf und Ab weiblicher Freundschaft – und über die Bedeutung dieses kraftvollen Bandes und die Stärke, die daraus erwächst.

Zu sehen bis 3. März 2019

VAULT-FESTIVAL-WEBSITE

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