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KRITIK: Harpy, Underbelly Cowgate, Edinburgh Festival Fringe ✭✭✭✭
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markludmon
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Mark Ludmon rezensiert Philip Meeks’ neues Stück „Harpy“ mit Su Pollard im Underbelly, Cowgate beim Edinburgh Fringe
Su Pollard als Harpy Harpy Underbelly Cowgate, Edinburgh Fringe
Vier Sterne
Die Kultbeliebtheit der „Hag Horror“-Filme der 1960er-Jahre, angeführt von „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“, ist eine der Inspirationsquellen für „Harpy“, eine unterhaltsame und warmherzige neue schwarze Komödie von Philip Meeks. Der Gothic-Horror wurde nach Süd-London verlegt und erzählt die Geschichte von Bridget, genannt Birdie, die ihr Haus in ein Nest verwandelt hat – vollgestopft mit Kuriositäten: von Gebissen, Zeitschriften und Schaufensterpuppenteilen bis hin zu einer Sammlung von Glasaugen. Nach dem plötzlichen, rätselhaften Tod ihrer Tante Maureen auf dem Dachboden ist Birdie für ihre Nachbarinnen und Nachbarn zur Hassfigur geworden – und für den Sozialdienst ein Fall, der Sorgen bereitet.
Während ihre Lage auf eine Krise zusteuert, offenbart Birdie, was sie zu einer extremen Messie-Sammlerin gemacht hat, und legt eine düstere Geschichte von Trauma und Verlust frei. In der Figur liegt eine verzweifelte Traurigkeit, wenn sie erklärt, dass nichts ihr Haus verlassen darf, weil „meine Sachen für mich da waren, als alle anderen es nicht waren“. Doch dank Meeks’ messerscharfem Text ist dies eine köstliche Charakterstudie – voller Laut-lach-Momente –, die Exzentrik, Widerstandskraft und ein würdevoll-unverschämtes Älterwerden feiert.
Birdie wird vom Comedy-Idol Su Pollard mit brachialer Energie zum Leben erweckt, die auch nach 30 Jahren vielen noch immer am besten als Peggy aus „Hi-de-Hi“ bekannt ist. So wenig subtil ihre Darstellung auch sein mag, macht sie das mit Charme, großer Bühnenpräsenz und komödiantischer Brillanz mehr als wett. Mit kindlicher Unschuld und Energie hüpft und tanzt sie über die Bühne und bewegt sich durch das Strandgut von Birdies Leben, das auf Alex Markers Bühnenbild zusammengepfercht ist. Unter der Regie von Hannah Chissick zieht uns das Stück in Birdies taumelndes Leben und ihr „Haus des Horrors“ hinein und beschwört eine magische Welt aus schimmerndem Staub, hoch aufragenden Zeitungsmauern und labyrinthartigen Gängen herauf, in denen grimmige Geheimnisse und unerwartete Gefahren lauern könnten.
Läuft bis 26. August 2018
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