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KRITIK: Salome, National Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Isabella Nefar in Salome. Foto: Johan Persson Salomé

Olivier Theatre, National Theatre.

9. Mai 2017

4 Sterne

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Regisseurin und Autorin Yaël Farber knüpft an ihren National-Erfolg mit Les Blancs an und legt mit ihrer Neubearbeitung des Salome-Mythos eine ebenso kluge wie eindrucksvoll inszenierte Produktion vor. Kolonisierung, der Missbrauch und die Misshandlung von Frauen sowie das anschließende Umschreiben von Mythen und Geschichte – und das damit einhergehende Ausradieren von Frauen – stehen im Zentrum des Abends und sind leider noch immer erschreckend aktuell.

Das Ensemble von Salome. Foto: Johan Persson

Die visuelle und akustische Erzählweise der Inszenierung ist hervorragend: Sie schafft Caravaggio-hafte Tableaus aus Schönheit und Gewalt, getragen von einer wunderbar gesungenen Partitur der Women of Song. Wenn die herausragende Olwen Fouéré (ihre Performance in riverrun werde ich nie vergessen) als namenlose Erzählerin auftritt – auch wenn sie zugleich die Stimme Salomés ist –, weiß man, dass diese Geschichte mit Wucht erzählt wird. Ihre Stimme füllt Bühne und Zuschauerraum des Olivier und hält den roten Faden stets klar. Ramzi Choukair gibt einen schönen und kraftvollen Johannes den Täufer, und Isabella Nefar ist als Salomé unheimlich und hypnotisch. Paul Chahidi ist ein ausgezeichneter, unheilvoller Herodes, und das gesamte Ensemble bewegt sich unter der Leitung der Movement Director Ami Shulman großartig.

Das Ensemble von Salome am National Theatre. Foto: Johan Persson

Regie und Design sind schlichtweg wunderschön: Der riesige Olivier-Raum wird perfekt genutzt und erzeugt überwältigende Bilder – Ströme von Wasser, Sand und, ja, Blut; Motive, die sich durch die gesamte Produktion ziehen und immer wieder neue Bedeutungsschichten eröffnen. Dennoch bleibt der Herzschlag des Abends konstant: Er fällt nie in sich zusammen, treibt den Puls aber auch nur selten wirklich hoch und erhöht das Tempo. Das Stück besitzt einen gleichmäßigen, fast zu behutsamen Rhythmus und hätte an manchen Stellen mehr dramatischen Antrieb gebraucht; ähnlich ging es mir bei Farbers The Crucible am Old Vic 2014. Dennoch steckt eine große Tiefe in den Darstellungen und eine künstlerische Kraft in der Inszenierung, die diesen Abend fesselnd macht – zeitweise geradezu hypnotisch.

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