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REZENSION: Der Mentor, Vaudeville Theatre ✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
markludmon
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F Murray Abraham in Der Mentor Der Mentor
Vaudeville Theatre
4. Juli 2017
Drei Sterne
Jetzt buchen Nach der Premiere von Daniel Kehlmanns Der Mentor im Ustinov Studio des Theatre Royal Bath – begleitet von starken Kritiken – gab es viel Gesprächsstoff. Mit einem Ensemble um Oscar-Preisträger F Murray Abraham ist das Stück nach London gewechselt, doch fern der Intimität eines regionalen Studio-Theaters wirkt es im West End ein wenig entblösst und ist am Ende kaum mehr als eine angenehm unterhaltsame Komödie. F Murray Abraham ist wie gewohnt weltgewandt und charmant als der angesehene Dramatiker Benjamin Rubin, der sich bereit erklärt, den vielversprechenden Nachwuchsautor Martin Wegner während eines Landaufenthalts zu betreuen. Als Rubin das jüngste Stück des jüngeren Mannes unverblümt beurteilt, treten Spannungen und Unsicherheiten zutage, die die ländliche Idylle zerbrechen lassen. Es gibt zahlreiche komische Momente, die Der Mentor zu einer amüsanten Satire auf die moderne Literaturszene machen – und die Bedeutung von Talent sowie die Subjektivität dessen ausloten, was als Erfolg gilt. Die Erzählform besitzt eine spielerische Leichtigkeit, die mit einer sanften, gut vorbereiteten Wendung endet und uns fragen lässt, was wahr ist; ansonsten bietet der Abend jedoch wenig, das erklärt, warum Kehlmann als so bedeutender Autor in deutscher Sprache gilt.
Naomi Frederick und F Murray Abraham in Der Mentor
Daniel Weyman trifft als hochnervöser junger Dramatiker genau den richtigen Ton und hält sich gerade so zurück, dass es nicht in Hysterie kippt. Als seine besonnene Ehefrau zeigt Naomi Frederick eine Gelassenheit, die nur wenige Hinweise darauf gibt, wie die beiden überhaupt zusammengefunden haben. Jonathan Cullen ist hinreissend als der nervöse, überforderte Administrator Erwin Rudicek, der das Mentoring-Programm leitet – trotz seines eigenen Traums, Künstler zu werden.
Daniel Weyman, Jonathan Cullen, Naomi Frederick und F Miurray Abraham in Der Mentor
Solide inszeniert von Laurence Boswell ist die Produktion gut getaktet; Polly Sullivans Bühnenbild wirkt effektiv und wird durch Colin Grenfells atmosphärisches Licht zusätzlich aufgewertet. Christopher Hamptons Übersetzung besitzt eine leichte Hand, die den Abend in einen entspannten Lachfluss bringt – angenehm, wenn auch wenig aufregend, sind diese 80 Minuten gut gemachtes Theater.
Läuft bis zum 2. September 2017
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