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BEWERTUNG: Hamilton Broadway-Cast-Aufnahme ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

30. September 2015

Von

douglasmayo

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Hamilton Off-Broadway. Foto: Joan Marcus In der vergangenen Woche habe ich mir die neue Broadway-Castaufnahme von Hamilton rauf und runter angehört. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Hamilton ist Lin-Manuel Mirandas (In The Heights) neuestes Musical. Es spielte am Public Theatre in New York vor ausverkauftem Haus und wurde von der Kritik gefeiert (lest unsere Kritik); inzwischen ist es ins Richard Rodgers Theatre am Broadway umgezogen, wo es sich im Handumdrehen zum begehrtesten Ticket am Broadway entwickelt hat.

Hamilton ist die Musicalisierung des Lebens von Alexander Hamilton, einem Gründervater der Vereinigten Staaten, der unter anderem für grosse Teile des Finanzsystems des Landes verantwortlich war und an der Gründung der United States Coast Guard mitwirkte. Dass er auf der amerikanischen 10-Dollar-Note zu sehen ist, passt also nur allzu gut.

Schon in den ersten Takten der Eröffnungsnummer bekommt man einen sehr klaren Eindruck davon, dass dieser Mann etwas Aussergewöhnliches war:-

Wie wird aus einem Bastard, einem Waisen, dem Sohn einer Hure und eines Schotten, von der Vorsehung mitten in einem vergessenen Flecken in der Karibik abgesetzt, verarmt, im Elend, ein Held und Gelehrter?

Die nächsten 2 Stunden und 23 Minuten waren für mich womöglich eines der aufregendsten und bewegendsten Erlebnisse im Musicaltheater der letzten Jahre. Hamilton ist nichts weniger als eine aussergewöhnliche Leistung. Ich habe diese grossartige Aufnahme in den letzten sieben Tagen bestimmt zwanzigmal gehört – und es fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer, damit aufzuhören.

Hamilton bedient sich einer ganzen Palette moderner Musikstile, darunter Hip-Hop, um diese Geschichte zum Leben zu erwecken – eine berauschende Mischung, die dieses Musical zu etwas wirklich Besonderem macht.

Die Hamilton-Castaufnahme schafft es, die unglaublichen Höhen und Tiefen von Hamiltons Geschichte hörbar zu machen. Mirandas Darstellung lässt den stürmischen, kämpferischen, aber ungemein klugen Hamilton lebendig werden. Das ist eine enorm fesselnde Leistung von jemandem, bei dem ich glaube, dass er gerade erst anfängt. Ich kann es kaum erwarten, was als Nächstes kommt!

Wie die Beziehung zwischen Valjean und Javert in Les Miserables wäre keine Geschichte vollständig ohne ihren Gegenspieler – und der heisst hier Aaron Burr, gespielt von Leslie Odom Jr. Odom Jr. ist umwerfend: Man kann ihn nicht mögen, aber man kann ihn auch nicht vollständig hassen (zumindest die meiste Zeit).

Christopher Jackson als George Washington, Daveed Diggs als Marquis de Lafayette/Thomas Jefferson, Okieriete Onaodowan als Hercules Mulligan/James Madison und Renee Elise Goldsberry als Angelica Schulyer geben dem Stück zusätzliche Facetten und liefern einige der besten Nebenrollen, die in der modernen Musicalwelt geschrieben wurden – alles mit höchster Souveränität gespielt. Jonathan Groff als König George kommt mehrfach nahe daran, allen die Show zu stehlen, als überschäumender britischer Monarch.

Vervollständigt wird die Castaufnahme durch Phillipa Soo als Eliza Hamilton und Anthony Ramos als Philip Hamilton. Passagen des zweiten Akts mit Miranda, Soo und Ramos haben mich zu Tränen gerührt – eine Reaktion, die offenbar auch Freunde von mir hatten, die inzwischen zu Hamiltons stetig wachsender UK-Fangemeinde zählen. Elizas Beziehung zu Hamilton liefert einige der bewegendsten Momente der Show, und ihr Moment, in dem sie sich selbst zurück in die Erzählung schreibt, ist ungemein berührend und macht Eliza zu einer der stärksten Frauenfiguren in modernen Musicals.

Da die Geschichte fast vollständig durchgesungen ist, vermittelt das Castalbum von Hamilton den Handlungsverlauf lückenlos. Erst beim fünften Hören habe ich mich dazu entschlossen, mir das Libretto der Show anzusehen.

Hamilton ist ohne jeden Zweifel eine der intelligentesten, bestgeschriebenen und unvergesslichsten Musicalpartituren, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Eine unglaubliche Leistung von Lin-Manuel Miranda, die weltweit gefeiert werden sollte – nicht nur am Broadway.

Ich kann mit Sicherheit sagen: Das ist das erste Mal, dass ich den Begriff in loco parentis in einem Musical gehört habe. Für mich ist Hamilton weiterhin auch eine Art Lehrstück – und ich kann es kaum erwarten, die Show endlich live zu sehen.

Als Australier, der inzwischen in Grossbritannien lebt, waren Castaufnahmen von Musicals für mich der Einstieg in neue Shows – und der Treibstoff, der meine Leidenschaft fürs Musicaltheater am Brennen hält. Das Hamilton-Castalbum ist ein schillernder Botschafter für die Produktion; ich bin mir sicher, dass es ein ganz neues Publikum ins Theater bringen und zugleich jene begeistern wird, die Musicals schon immer geliebt haben.

Holt euch Hamilton und macht euch darauf gefasst, geblendet zu werden. Grossartig!

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https://www.youtube.com/watch?v=0wboCdgzLHg

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