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KRITIK: Jack und die Bohnenranke, Mercury Theatre Colchester ✭✭✭✭✭
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Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht Jack and the Beanstalk, das diesjährige Weihnachtsstück des Mercury Theatre Colchester.
Antony Stuart Hicks in Jack and the Beanstalk. Foto: Scott Rylander Jack and the Beanstalk
Mercury Theatre, Colchester
30. November 2018
5 Sterne
Jetzt buchen Das Mercury Theatre wird derzeit für 8,4 Millionen Pfund umfassend modernisiert – das Ergebnis wird ein wunderschönes Gebäude sein, das 2020 alle Bereiche unter einem Dach vereint. Vielleicht sollten sie gleich auch ein neues Dach einplanen, denn wenn es weiterhin so von einem tosenden Publikum angehoben wird wie bei der Pressepremiere von Jack and the Beanstalk, werden sie eins brauchen! Diese herrliche Pantomime hat wirklich alles abgehakt: flache Witze, zweideutige Gags, fantastische Einbindung des Publikums, eine großartige Musik und ein Ensemble, das seine Bühnenfreude sichtbar miteinander teilt.
Ignatius Anthony und das Ensemble von Jack and the Beanstalk. Foto: Scott Rylander
In Colchester werden wir seit einigen Jahren mit dem Duo aus Anthony Stuart-Hicks – für mein Geld die beste Dame im Geschäft – und Dale Superville, einem Bündel komödiantischen Talents, verwöhnt. Am Mercury sind sie längst so etwas wie Tradition, und zusammen funktionieren sie hervorragend. Dame Trott ist eine Wonne, und Stuart-Hicks liebt ein erwachseneres Publikum – wobei seine Witze stets auf der richtigen Seite des Ungezogenen bleiben, niemals vulgär; auch wenn ich immer erleichtert bin, wenn er sich andere Männer im Publikum herauspickt! Gerade als ich denke, dass sie die Panto vom letzten Jahr nicht toppen können, kommt Superville als Day-Z, die Kuh. Ganz genau: Dale Superville spielt dieses Jahr die Kuh! Er rappt, er ist funky, Kinder lieben ihn, und er sorgt scheinbar mühelos für wahre Lachsalven. Als Jack (sein Bruder von einer anderen Euter) ist Craig Mather bezaubernd als tollpatschiger Held, verliebt in Madeleine Leslays großartige, temperamentvolle Prinzessin Jill. Und Ignatius Anthony ist als Bösewicht Fleshcreep ein herrlich aufpeitschender Publikumsliebling. Carli Norris gewinnt das Publikum als ihre zuckersüße „Fairy Godmother-in-Training“ Gladys, und Phil Sealey hat mir beinahe die Show gestohlen als König Norbert – besonders mit seiner urkomischen R2D2-Imitation! (Sein Bart sollte übrigens einen eigenen Twitter-Account haben!)
Das Ensemble von Jack and the Beanstalk im Mercury Theatre Colchester. Foto: Scott Rylander
Die Musik unter der Leitung von Musical Director Dan de Cruz ist ein fabelhafter Mix aus neuen und alten Klassikern. Und das Finale der ersten Hälfte – mit einer Mischung aus Queens Flash (zur Melodie von Jack!) und Bohemian Rhapsody – ist schlichtweg das beste Panto-First-Half-Finale, das ich je gesehen habe. In der zweiten Hälfte landen wir in einem Star-Wars-Universum, was ich zunächst etwas seltsam fand, aber das Ensemble stürzt sich mit voller Hingabe hinein, und es liefert mehr glückselige Momente, als man mit einem Lichtschwert schütteln kann! Daniel Buckroyds Text ist wunderbar zeitgenössisch – und im Zeitalter eines weiblichen Doctor Who ist Prinzessin Jill keine jammernde Heldin, sondern mittendrin! Die Werkstätten haben hervorragende Bühnenbilder geschaffen; das Design von David Shields ist atemberaubend – der Riese ist dabei ein besonderes Highlight.
Wenn Panto so gut ist, möchte man nicht, dass sie endet. Doch Regisseurin Abigail Anderson hält das Tempo hervorragend – vorerst jedenfalls; das Corpsing setzt schon ein! Das Mercury hat es wieder geschafft: eine Show, die euch noch lange nach dem Verlassen des Zuschauerraums lachen lässt. Ganz einfach: ein Triumph!
Bis 20. Januar 2019
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