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KRITIK: SIX The Musical, Arts Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Die Besetzung von SIX – dem Musical

Arts Theatre

15. Januar 2018

5 Sterne

Jetzt buchen Toby Marlow und Lucy Moss sind ein Songwriting-Duo wie im Bilderbuch – und mit dieser Show liefern sie eines der stärksten Debüts im Musicaltheater ab, das wir seit sehr langer Zeit gesehen haben.  Sie haben ein Händchen für kraftvolle, eingängige, mitreissende Popsongs, die zugleich von einem deutlich dramatischen Antrieb getragen sind.  Ihr gewähltes Format ist hier das „Concept Musical“ – und das ist eine kluge Entscheidung, um ihre besonderen Stärken auszuspielen: Die sechs Ehefrauen Heinrichs VIII. stehen „im Konzert“ auf der Bühne und erzählen uns ihre „Herstory“ – die Wahrheit hinter der bekannten Fassade der vereinbarten Fakten, die ihren Platz in der Nachwelt ausmachen.  Mit nur sechs Darstellerinnen als namensgebende Ehefrauen bekommen wir über die 80 Minuten Laufzeit eine Abfolge von Enthüllungen über ihre verborgenen Seiten – verpackt als Rockgig oder Varieté-Spektakel.  In Cambridge lief das Stück bereits äusserst erfolgreich, danach am Edinburgh Fringe.  Nun findet die Show ihren Weg in dieses zentral gelegene Off-West-End-Haus, ein intimes Theater, für einige Montagabend-Termine – hineingequetscht auf das Bühnenbild der laufenden Produktion.

Die leicht improvisatorisch anmutende Inszenierung sollte Sie nicht glauben lassen, dieses grossartige Werk sei irgendetwas weniger als vollständig ausgereift.  Die Mundpropaganda war enorm, die Tickets waren im Nu weg – daher mussten zusätzliche Vorstellungen in den 22-Uhr-Slot hineingeschoben werden.  Davon sind nur noch sehr wenige übrig, doch ich habe das Gefühl, dass es nicht lange dauern wird, bis wir diese Unterhaltung in einer dauerhaft angesetzten Produktion sehen.  Produzent Kenny Wax hat sich – gemeinsam mit George Stiles (der ihn überhaupt erst auf die Show aufmerksam machte) sowie den Perfect-Pitch-Gründern Andy und Wendy Barnes – die Chance geschnappt, das kommerzielle Potenzial dieses heissen Eisen weiterzuentwickeln: Stiles übernimmt zudem die musikalische Supervision, Tom Curran liefert die erstklassigen Orchestrierungen (mit ziemlich gutem Sounddesign von Andy Graham), und Joe Beighton gibt als Musical Director der Onstage-Band aus Bläsern sowie Rhythm Section den Ton an.  Mit West-End-Stammkraft Lotte Wakeham als Regisseurin, Cressida Carre, die die slicken Tanzroutinen mit Verve choreografiert, Roberto Surace, der die Ladies in Rock-Chick-Mode steckt, und Rebecca Fry, die mit einem sehr, sehr begrenzten Lichtpark so erfinderisch wie möglich ist, sieht die Show richtig gut aus.

Die Besetzung von SIX – dem Musical

Doch es sind die Performances, für die das Publikum kommt.  Diese Besetzung ist eine Wucht – und man fühlt sich, als sähe man ein grosses Konzert oder ein frech-aufgeladenes TV-Varieté-Special (zumal die etwas dünne „Wettbewerbs“-Rahmenhandlung die Nummern nur locker zusammenhält).  Renee Lamb eröffnet als kämpferische Catherine of Aragon, Christina Modestou setzt als Anne Boleyn einen mutigen Kontrast; dann ist da Natalie Paris’ schmollende Jane Seymour – die mit der ersten waschechten Ballade des Abends am Ende alle Herzen gewinnt –, bevor Genesis Lynea als Anne of Cleves die nötige Attitüde liefert.  Es folgen Aimie Atkinsons streetwise Katherine Howard und schliesslich Izuka Hoyles bemerkenswert souveräne Catherine Parr.  Jede dieser „Diven“ bekommt ihren Moment – oder ihre Momente – des Glanzes, und jede ist zugleich eine starke Teamplayerin, die sich in reich harmonisierten Ensemble-Passagen wunderbar einfügt.

Ja, es stimmt auch: Genau wie Richard Rodgers vor Jahren selbst feststellte, als er sich an der Saga um Heinrich VIII. versuchte, wird die Show den unerbittlich episodischen Charakter ihres „Plots“ nicht ganz los.  Egal.  Die Songs sind grossartig – und darauf konzentrieren wir uns.  Der Rahmen überzieht nicht, auch wenn die Curtain-Call-Reprisen gefühlt einen Tick zu lang dauerten. Kleinigkeiten, wenn die Songs, die dieses Team hier abliefert, zu den besten gehören, die man derzeit in London hören kann.  Und wenn man bedenkt, dass sie von zwei Kids stammen, die gerade erst von der Uni kommen – nun ja … es ist ein belebendes, mitreissendes, aufregendes Erlebnis, sie zu hören, und man verlässt das Theater mit dem dringenden Wunsch, sich am Merchandise-Stand sofort ein Cast-Album zu schnappen – aber das kommt erst noch!  Wenn Sie für diese Spielserie ein Ticket bekommen können, schlagen Sie jetzt zu.  Sie kommen wieder.

TICKETS FÜR SIX – DAS MUSICAL IM ARTS THEATRE BUCHEN

Six – das Musical kehrt vom 29. Januar 2019 bis 5. Januar 2020 ins Arts Theatre zurück.

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