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REZENSION: Woke, Guilded Balloon Teviot, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
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Von
markludmon
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Apphia Campbell in Woke beim Edinburgh Fringe. Foto: Mihaela Bodlovic Woke Gilded Balloon Teviot,
Edinburgh Fringe
Fünf Sterne Weitere Informationen In den vergangenen 100 Jahren wurden enorme Fortschritte bei der Verbesserung der Rechte von Afroamerikaner*innen erzielt – doch wie die Unruhen in Charlottesville in diesem Monat gezeigt haben, sitzen Spannungen und Spaltungen weiterhin tief. In dem kraftvollen neuen Stück „Woke“ von Apphia Campbell und Meredith Yarbrough wird die afroamerikanische Erfahrung anhand der Lebensgeschichten zweier Frauen über einen Zeitraum von 42 Jahren hinweg beleuchtet. In der Gegenwart macht sich die unschuldige, junge Ambrosia auf den Weg zur Universität – fest entschlossen, den Rat ihres Vaters zu befolgen und Ärger aus dem Weg zu gehen. Doch sie gerät in ein kafkaeskes Albtraumszenario des Strafjustizsystems – allein wegen ihrer Hautfarbe. Das Stück ist vor dem Hintergrund der Proteste und Ausschreitungen in Ferguson, Missouri, im Jahr 2014 angesiedelt, nach der tödlichen Erschießung von Michael Brown durch einen weißen Polizeibeamten. Diese Handlung wechselt sich ab mit der Geschichte der realen Aktivistin Assata Shakur, die Anfang der 1970er-Jahre bei den Black Panthers und deren Abspaltung, der Black Liberation Army, aktiv war. Auf Grundlage ihrer Autobiografie zeigt das Stück, wie Assata politisiert wurde, bevor sie wegen „Beihilfe“ zu einem Mord verurteilt wurde und nach Kuba floh, um politisches Asyl zu erhalten. Beide Teile werden glänzend von Apphia selbst gespielt, die die beiden Frauen verkörpert, wie sie ihre afroamerikanische Identität entdecken und ihre Rolle im Kampf für Veränderung annehmen. Zusätzliche Wucht erhält das Ganze durch Musik: Apphia präsentiert uns wunderschöne Interpretationen von Blues-, Soul- und Gospel-Songs – darunter auch Eigenkompositionen. Auch wenn Segregation und die Jim-Crow-Gesetze der Vergangenheit angehören, macht „Woke“ mit Nachdruck auf den anhaltenden Kampf aufmerksam, die historischen Risse im amerikanischen Umgang mit „Race“ zu überwinden, die bis heute fortwirken. Laufzeit bis 28. August 2017
WOKE BEIM EDINBURGH FRINGE
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