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BEWERTUNG: Assassins, Pleasance Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

danielcolemancooke

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Danny Coleman-Cooke bespricht Assassins, ein Musical von Stephen Sondheim und John Weidman im Pleasance Theatre.

Das Ensemble von Assassins im Pleasance Theatre Assassins

Pleasance Theatre

22. März 2018

4 Sterne

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Es muss ein mutiger Produzent gewesen sein, der Assassins als Erster grünes Licht gab – ein Musical, das acht Menschen porträtiert, die Schüsse auf US-Präsidenten abgefeuert haben.

Von einigen der bekannteren Übeltäter (John Wilkes Booth, Lee Harvey Oswald) bis zu den weniger bekannten (denjenigen, die die Präsidenten McKinley und Garfield töteten) entwirft die Show eine Parallelwelt, in der all diese Attentäter zusammen leben und miteinander interagieren.

So unwahrscheinlich die Prämisse auch ist: Es ist eine grossartige Geschichte, die komplexe, vielfältige Figuren entwickelt – alle mit unterschiedlichen Motiven, aber vereint durch einen gemeinsamen historischen Bezugspunkt.  Zusammengehalten wird das Geschehen von einem Erzähler, dem Balladeer (hervorragend: Jason Kajdi), der hilfreichen historischen Kontext liefert.

Die Musik ist grossartig – ganz wie man es von Sondheim erwartet – mit lyrischem Genie und eingängigen Melodien, wie man sie von einem unserer bedeutendsten Komponisten kennt. Ihren Höhepunkt erreicht das in der Ballad of Guiteau, wenn Charles Guiteau zwischen religiöser Gelassenheit und hyperaktiver Manie hin- und herschwankt.

Es ist ein ausserordentlich starkes Ensemble, das perfekt miteinander harmoniert und grosse Vielseitigkeit beim Spiel mehrerer Rollen zeigt. Besonders beeindruckend: Andrew Pepper als Guiteau, Toby Hine als der stille, sensible John Hinckley, und Michaela Cartmell, die der dämonischen Lynette „Squeaky“ Froome viel Humor verleiht.

Alfie Parker liefert zudem einen wirklich wunderbaren Monolog als Sam Byck – der wütende Einzelgänger, der von Leonard Bernsteins Liebesballaden besessen ist.

In der Ära Trump gewinnt die Inszenierung eine zusätzliche Resonanz: Er hat sowohl angedeutet, politische Gegner sollten ermordet werden, als auch selbst im Visier von Attentätern gestanden.

Auch im Nachhall der jüngsten Massenschiessereien jenseits des Atlantiks wirkt das Stück besonders relevant. Die Show versucht nicht, die Täter zu glorifizieren (wie einige behaupteten, bevor sie 1990 erstmals herauskam), sondern zeigt sie als beschädigte, tragische Figuren, die unermesslichen Schaden in ihrem eigenen Leben und im Leben anderer angerichtet haben. Mit anderen Worten: Menschen, die ganz bestimmt nicht in die Nähe einer Waffe gehören …

Am Premierenabend für die Presse gab es ein paar Tonprobleme, und der Abschnitt zu Lee Harvey Oswald zog sich etwas länger hin, als nötig schien – dennoch war es eine wirklich wunderbare Produktion. Die knapp zwei Stunden Spieldauer vergingen wie im Flug; stets ein Zeichen dafür, dass ein Abend ins Schwarze trifft.

Das Ensemble von Assassins im Pleasance Theatre Ich habe das Pleasance nicht nur mit einem Lächeln verlassen – Assassins schickte mich zu Hause auch in einen Strudel historischer Recherche, weil ich unbedingt mehr über diese faszinierenden Figuren herausfinden wollte. Und das ist in vielerlei Hinsicht das grösste Kompliment überhaupt.

Bis 8. April 2018

JETZT BUCHEN: ASSASSINS IM PLEASANCE THEATRE

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