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REZENSION: Well-Strung, Live im Zedel ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

8. Oktober 2018

Von

jenniferchristie

Jennifer Christie bespricht das Streichquartett Well-Strung im Crazy Coqs, Live at Zedel, London.

Well-Strung

Crazy Coqs, Live at Zedel

7. Oktober 2018

4 Sterne

Well-Strung Website Well-Strung ist ein Streichquartett mit modernem Dreh; es spielt klassische Stücke, darunter Bach und Mozart, und singt dazu mitreissende Pop-Harmonien bekannter Hits. Das Quartett ist nur an zwei Abenden in London im Kabarett-Club The Crazy Coqs zu erleben. Schon 1981 brachte das Phänomen Hooked on Classics Puristen vor Empörung zum Zittern, weil es die Kunstmusik vermeintlich beschmutze. Viele aus dem breiten Publikum wurden jedoch erst dadurch zu einer Wertschätzung des Genres bekehrt. Für den Fall, dass Sie es verpasst haben: Das waren beliebte Klassiker auf Disco-Beat. Well-Strung treibt die Idee noch einmal um ein gutes Stück weiter. Um den Begriff aus Glee zu leihen: Dieses traditionell besetzte Quartett aus erster und zweiter Violine, Bratsche und Cello hat das klassische Repertoire mit Pop-Songs zu Mash-ups verarbeitet – und daraus ein Programm voller genialer Wendungen und Überraschungen gemacht. Das Tüpfelchen auf dem i ist, dass nicht nur alle grossartige Soli singen, sondern auch herrliche, eng geführte A-cappella-Harmonien. Puristen der Klassik würden dafür sicher lieber den Begriff „Fusion“ verwenden. Musikalisch sind die stärksten Beispiele dieses Kunstgriffs die Verbindung von Copelands Rodeo mit einem Pop-Song von Taylor Swift sowie das Mash-up aus Vivaldis Winter und Lady Gagas Paparazzi. Interessant wäre gewesen, die Überlegungen hinter diesen musikalischen Entscheidungen zu erfahren: Waren sie rein musikalisch motiviert oder thematisch? An der ersten Violine und häufig als Leadsänger steht Edmund Bagnell, dessen eröffnender Gesang in „Be My Baby“ üppig klang. Bagnell sang zudem einen eindringlichen Auftakt von Cohens Hallelujah, begleitet von Daniel Shevlin am Solo-Cello. Chris Marchant (zweite Violine) bewies seine Vielseitigkeit, indem er zur Akustikgitarre wechselte und bei einem Ed-Sheeran-Song die Führung übernahm, der wunderschön mit Jesu, Joy of Man’s Desiring verwoben war. Die Ergänzung der Bach-Melodie auf der Bratsche, gespielt von Trevor Wadleigh, war ein Einfall mit Klasse. Die Arrangements sind so dicht, dass die A-cappella-Passagen in wohltuender Schlichtheit als gesegneter Ruhepunkt hervorstechen. Kontrast brachte auch der unerwartete, aber sehr willkommene Gastauftritt der Sopranistin Lisa Pullman, deren reine Klangfarbe Moon River eine zusätzliche Dimension verlieh.

In einem Streichquartett zu spielen und dabei die gesamte Musik auswendig zu beherrschen, ist bereits eine bemerkenswerte Leistung – zugleich zu spielen und zu singen ist jedoch kaum vorstellbar schwierig. Das Niveau ist ehrlich gesagt verblüffend, doch die Komplexität des Materials hat ihren Preis: Es gab kleine Aussetzer in der Intonationssicherheit, sowohl instrumental als auch vokal. Die kleinen Patzer schmälerten den Unterhaltungswert des Abends allerdings kaum, und Momente von Schönheit und Freude boten mehr als genug Ausgleich.

Vor allem trägt die Energie der Live-Performance das Publikum in einen Sturm aus Jubel und Applaus, der eine mitreissende Zugabe erzwingt und den Abend beschwingt ausklingen lässt.

Well-Strung sind heute Abend (8. Oktober) noch einmal bei Live at Zedel zu erleben.

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