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KRITIK: Bounder und Cad, The Pheasantry - Jan 2017 ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Bounder and Cad The Pheasantry

18. Januar 2017

3 Sterne

Es ist immer eine Freude, talentierte neue Autoren zu entdecken, und diese beiden machen wirklich grossen Spass. Als Ableger der Cambridge Footlights übernimmt Adam Drew den Löwenanteil am Verfassen der pointierten Liedtexte (zu bestehenden Melodien), Guy Hayward unterstützt ihn dabei, und Ben Connor spielt Klavier – deutlich unter dem Einfluss von Art Tatum (neben vielen anderen wunderbaren Vorbildern). Sie haben ein paar versponnene Nummern und aktuelle Sketche geschrieben und sich ins Blickfeld der Öffentlichkeit gespielt, indem sie Auftritte an einigen denkwürdigen Orten ergattert haben, etwa in der 10 Downing Street. Gerade jetzt stehen sie an einem spannenden Punkt, an dem ihre Karriere in ganz unterschiedliche Richtungen gehen könnte – vielleicht sogar in mehrere gleichzeitig.

Die Zielscheiben ihres Pheasantry-Gigs im Januar begannen bei S.K.H. Prinz Harry und führten weiter über die Oxbridge Blues (wie sie in den grossen Hymnenbüchern sagen: „Zur Melodie von Jerusalem“ und auch „I Vow To Thee My Country“, aka „Jupiter“). Auf gewisse Weise liefern sie uns „Das 1% in Concert“. Und ihre Mission ist entweder, das heimische Lager zu unterhalten, oder die grosse Masse der Aussenstehenden zu erhellen. So erklärte Drew, als er ihren Namen erläuterte: „Ein bounder ist ein Mann, der kein Gentleman ist, sich aber so benimmt, als wäre er einer, und ein cad ist ein Gentleman, der sich so benimmt, als wäre er keiner.“ Das ist an sich schon amüsant, verträgt aber möglicherweise nicht allzu viel Wiederholung.

Die Sorgfalt und Fantasie, die sie ihren Texten widmen, deutet jedoch darauf hin, dass sie höhere Ambitionen haben. Eines ihrer Vorbilder, Tom Lehrer, wird dafür gefeiert, in jedem Song eine in sich geschlossene Welt zu erschaffen – eine, die dem Druck der Mode widersteht, sie zu datieren und ihr den komischen Geist zu rauben. Hier gibt es Anzeichen, dass B&C auf gutem Weg sein könnten, Lehrers Fussstapfen respektabel zu folgen. Ein paar Nummern stachen besonders heraus – vor allem zwei im zweiten Teil, beide französischer Herkunft: „We bound around“ ist eine von Michel Legrands besten Nummern; dazu liefern sie neue englische Lyrics, die brillant funktionieren. Und dann gibt es noch eine Persiflage auf das Blumenduett aus Delibes’ „Lakmé“, hier „The Flour Duet“ betitelt, das zwar „The Great British Bake Off“ als Rohmaterial nutzt, aber stark genug wirkt, auch aus eigener Kraft aufzugehen (sic).

Was die Bühnenroutine angeht, haben die Jungs noch ein gutes Stück vor sich, um eine wirklich „polierte“ Performance zu entwickeln: Hier gab es im ersten Teil schwarze Rollkragenpullover und schwarze Stoffhosen; ... und im zweiten Teil exakt dieselben Outfits. Es wurden keine Gäste eingeladen, mit ihnen aufzutreten: Sie verliessen sich darauf, dass ihr Pianist mit einer improvisierten „Wunschkonzert“-Einlage für etwas Entlastung sorgte (das zog das Publikum zwar noch weiter in ihr Netz, doch niemand wurde überredet, seinen Platz zu räumen). Und beide sind die ganze Zeit auf der Bühne. Es wäre nicht schwierig, das Set-up zu variieren.

Derweil gibt es noch den Katalog an studentischen Humoresken abzuarbeiten, mit angenehm frivolen Witzen auf Kosten der Mächtigen und Selbstwichtigen. Schon gut – dafür gibt es ein Publikum. Ich denke jedoch, dass diese Künstler sogar noch besser sind und durchaus in der Lage, aus sich etwas zu machen, das länger hält als ihre jeweilige Inspirationsquelle.

BOUNDER AND CAD TRETEN REGELMÄSSIG IM THE PHEASANTRY AUF

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