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REZENSION: Epstein, Leicester Square Theatre ✭✭✭✭
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Von
douglasmayo
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Epstein Leicester Square Theatre 7. August 2014 4 Sterne
Brian Epstein, der Mann, dem man die Entdeckung, Vermarktung und den weltweiten Durchbruch der Beatles zuschreibt, ist auch heute noch eine rätselhafte Figur – nicht zuletzt, weil er im Alter von nur 32 Jahren starb.
Epstein: The Man Who Made The Beatles, ein Zwei-Personen-Stück von Andrew Sherlock, versucht den privaten Menschen hinter der öffentlichen Fassade freizulegen – einen Mann, der vielleicht sogar stärker als seine berühmten Klienten das Rampenlicht suchte.
Das Stück spielt in Epsteins Wohnung in Belgravia, nur 48 Stunden vor seinem Tod, und dreht sich um eine Begegnung zwischen Epstein und einem jungen Mann, den er für die Nacht mit nach Hause genommen hat. Der junge Mann, der nur als „This Boy“ bekannt ist, entpuppt sich als angehender Journalist aus Liverpool, der für eine geplante Story den „wahren“ Epstein finden will. In einer interviewartigen Anlage versucht das Stück die Widersprüche eines Mannes offenzulegen, der zweifellos das Gesicht der Musik in den Sechzigern veränderte – ob durch Genie oder pures Glück, darüber lässt sich streiten. Viel Raum nehmen Epsteins Unsicherheiten ein, seine Eifersucht, Süchte, gescheiterte Schauspielambitionen sowie seine alles überragende Liebe zur Musik und ihren Machern.
Andrew Lancel liefert als Brian Epstein eine beeindruckende Darstellung eines komplexen Menschen, der ebenso stark und charismatisch wie emotional verletzlich und schwach ist. Es ist eine grandiose Leistung, die mit seiner angeschlagenen Arroganz die Bühne beherrscht. Zugleich hat man ständig das Gefühl, er setze eine Maske auf, um seinen nordenglischen Hintergrund zu verbergen, und versuche, Teil jener Mehrheitsgesellschaft zu werden, die er – so scheint es – verachtete.
Will Finlason als „This Boy“ fungiert als Erzähler und Interviewer dieses großen Mannes. Sein selbstbewusster, sexuell aufgeladener Habitus, seine echte Bewunderung und seine Liebe zum Merseyside-Beat ermöglichen dem Publikum einen Blick ins Innere Epsteins und ein Verständnis für dessen Unsicherheiten und Ego. Eine fesselnde Performance.
Sherlock hat das Stück mit genügend Fakten gespickt, sodass seine gelegentlichen Ausflüge in Vermutungen über Epsteins Innenleben glaubwürdig wirken. Mit knapp 100 Minuten (inklusive Pause) zieht sich der Abend nie, und man verlässt das Theater mit dem Gefühl, einen echten Einblick in den Mann selbst gewonnen zu haben.
Epstein läuft im Leicester Square Theatre noch bis zum 6. September. Tickets buchen für Epstein: The Man Who Made The Beatles.
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